Ruhige Tage im Weinland

Nach der zeitraubenden Fahrt ins Outback der Flinders Ranges freuen wir uns auf etwas ruhigere Zeiten im Barossa Valley, ca. 70 km nordöstlich von Adelaide. Wir quartieren uns im Hotel / Motel Weintal in Tunanda ein. Der kleine Ort stellt zusammen mit den Nachbarorten Nuriootpa und Angastan das Zentrum des Barossa Valleys dar. In dieser Gegend reiht sich ein Weingut an das nächste. Penfolds, Wolf Blass, Jacobs Creek und Seppeltsfield sind die bekanntesten. Insgesamt werden in unserem Ratgeber 87 Güter aufgeführt, die alle „Cellar Rooms“ aufbieten, in denen der hauseigene Wein angepriesen, probiert und auch gekauft werden kann. Fast alle bieten auch kleine Snacks an, haben aber nur von zehn Uhr morgens bis fünf Uhr nachmittags geöffnet. Wir fahren den Scenic Drive, genießen den Ausblick auf und über riesig große Weinfelder. Eine abwechselungsreiche Tour, die in der palmengesäumten Seppeltsfields Road am schönsten ist. Die Weinfelder haben nur selten Hanglage, denn die Böden, ca. 600mm jährlicher Regen und viele heiße, sonnige Tage bieten auch so optimale Bedingungen für den Weinanbau. Bevorzugte Rebensorte ist Shiraz und macht etwa 30% der Gesamtproduktion aus. Immer wieder machen wir bei dem einen oder anderen Weingut einen Stop, um uns die netten Tasting-Rooms anzusehen, selten auch mal einen Wein zu probieren.

Es gibt aber in näherer Umgebung noch mehr zu sehen, und zwar den längsten Fluss Australiens: Den Murray River.

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Flinder Ranges: Outback pur

Obwohl kein Dingo heult, die Kakadus ihr stimmgewaltiges Gezeter woanders veranstalten, lediglich das Hausschaf in der Ferne blökt, schlafen wir nicht besonders. Das hat zur Folge, dass wir zum Sonnenaufgang neugierig die Füße vor die Tür setzen, unser nicht üppiges Frühstück genießen, die Sachen packen und recht früh zum Ikara Flinders Ranges Nationalpark aufbrechen. In Hawker gibt es zwei Tankstellen und zwei Straßen nach Norden. Wir nehmen (vollgetankt) prompt die falsche, was Herma zum Glück nach gut 20 km feststellt…

Also umkehren, sich nicht ärgern, sondern Fahrt und Landschaft genießen….

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Raus ins rote Outback!

Nach dem lustigen und ein wenig feuchtfröhlichen Abend mit Jürgen und seinen Kollegen heißt es Kofferpacken und Abschied nehmen von Adelaide. Wir können den Tiguan behalten und los geht es in Richtung Norden. Adelaide zieht sich ewig hin, endlich wird es ruhiger. Wir durchqueren das Weinbaugebiet rund um Clare, bei Jamestown sind wir bald allein auf der Strecke. Unser Ziel für heute ist Hawker, ein kleiner Ort, der südlich der viel gepriesenen Flinder Ranges liegt. Nach und nach verschwindet das karge Grün der Landschaft und wird ersatzlos durch gelb, grau und rot ersetzt. Spätestens nach Orroro haben wir das australische Outback erreicht. Am Straßenrand mehren sich die mehr oder weniger skelettierten Kadaver der überfahrenen Känguruhs. Die Füchse und Raben machen ihren Job. Ein riesiger Adler lässt sich von uns bei seiner Mahlzeit nicht stören. Nach gut 400 km erreichen wir unser Ziel. Das erste was wir von Hawker sehen ist ein Schrottplatz, was danach kommt ist auch nicht besser ….


Aber es sollte noch heftiger kommen …

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Adelaide – beliebte Millionenstadt

Wir fahren von Kangaroo Island weiter in die Millionenstadt Adelaide, wo wir im Zentrum eine AirB&B Wohnung beziehen. Auch hier hat wie in Canberra eine grundlegende Planung stattgefunden. Das Stadtzentrum ist einige Quadratkilometer groß, exakt quadratisch und von üppigen Grünflachen umgeben. Nach der Bevölkerungsexplosion ist sie in den letzten Jahrzehnten zur Millionenstadt aufgestiegen und weit über die ursprünglichen Grenzen hinaus gewachsen.

Wir haben uns für Adelaide drei Sachen vorgenommen: Die Stadt besichtigen, den langgezogenen Küstenstreifen abfahren und die etwas kühleren Berge im Osten der Stadt erkunden…

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Abends zum Essen gehen …

Abends zum Essen gehen, ist in Australien und insbesondere im Busch – wie man in Sydney zu sagen pflegt, schon manchmal etwas kurios. Da die Bürgersteige in der Regel gegen 6 Uhr – bis dahin schließen die Geschäfte – hoch geklappt werden, geht der Australier auch früh zum Abendessen. Nach 20 Uhr ist es schon langsam schwierig, zumindest ungemütlich noch was zu essen zu bekommen.
In der Provinz läuft das in etwa wie folgt ab… Man geht rein ins Restaurant, orientiert sich zum Tresen und arrangiert sich mit dem Personal, an welchem Tisch man Platz nehmen darf bzw. möchte. Dann nimmt man die Speisekarte mit, liest die im Lokal angeschriebenen Tagesangebote, entscheidet sich für ein Gericht und marschiert zur Theke, um die Getränke und das Essen zu bestellen. Dort wird auch gleich mit Kreditkarte bezahlt. Bier oder ein Glas Wein wird sofort ausgeschenkt und man nimmt es mit zum Tisch. Gleiches gilt für einem Tischständer mit Nummer. Daran orientiert sich das Personal, welches das Essen zum Tisch bringt. Will man eine zweite Runde muss man wieder zur Theke laufen, zahlen ….

Counter Deal Lokal Queenscliff in Kingscote, SA

Und so läuft es in den größeren Städten…

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Streifzug durch die Tierwelt

Kommen wir zur schönen, weitgehend unversehrten Seite von Kangaroo Island. Die Landschaft auf der östlichen Seite ist zwar etwas unspektakulären, dennoch reizvoll. Wir können zudem während einiger Touren zum Nord- und Südstrand zahlreiche Tierbeobachtungen erleben. Die Kakadus treten hier meist in großen Schwärmen von mehr als 100 Vögeln auf. Da sind die Pelikane eher in kleinen Gruppen vertreten. Wenn sie über einem kreisen, oder einen Anflug auf die kleinen Landeflächen der Straßenlampen versuchen, ist das schon ein beeindruckendes Bild.

Pech im Anflug – alles besetzt…

Abends sind wir unterwegs, um Känguruhs oder ihre kleineren Verwandten, die Wallabies aufzuspüren. Wir finden sie vereinzelt auf freien parkähnlichen Flächen. Sie beobachten uns mit Argwohn und Scheu. Ganz nah heranzukommen ist schwierig.

Noch schwieriger ist es, Koalas in freier Wildbahn zu sehen. Wir erwischen uns oft, wie wir ihre Lieblingsplätze, die Eucalyptusbäume absuchen. Doch wenig erfolgreich. Besser vor die Augen bzw. Kamera bekommt man die possierlichen Tiere in den Freilichtparks. Man sagt uns, dass durch die Feuer die Population auf etwa die Hälfte zurückgeworfen wurde. Dennoch geht man davon aus, dass immerhin noch 10.000 Tiere auf Känguruh Island leben.

Eine besondere Attraktion stellt eine Begegnung mit den Seelöwen dar ….

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Kangaroo Island – verbranntes Paradies

Wir fahren auf leeren Straßen die kurze Distanz von Victor Harbour nach Port Jarvis. Der recht trostlose Ort wäre ohne jegliche Bedeutung, wäre er nicht der Fährhafen zu Kangaroo Island. Wir sind auf die 11.30 Fähre gebucht: 30 A$ pro Person und 200 A$ für unseren Tiguan – nicht gerade preiswert (175€ umgerechnet), aber immerhin für hin und auch zurück. Dafür wird man von sechs Mann unterstützt, mm-genau einzuparken. Gut 45 Minuten dauert die Überfahrt durch die oft stürmische Backstair Passage, die sich heute jedoch recht friedlich zeigt.

Kangaroo Island erwartet uns mit einem heftigen, anhaltenden Wolkenbruch. Gut – nun sind auch die letzten Glutnester der verheerenden Wald- und Buschbrände gelöscht. Fast die Hälfte der ca. 150 km langen und ca. 50 km breiten Insel ist von den Feuerwalzen verwüstet worden. Militär, Feuerwehr, Ambulanzen sind immer noch gegenwärtig. Ab der Mitte der Insel sind alle Straßen in Richtung Westen gesperrt. Die Aufräumarbeiten werden sich noch wochenlang hinziehen. Dennoch werden Besucher wie wir gern gesehen, der Tourismus und die damit verbundenen Einnahmen liegen brach und müssen neu angekurbelt werden.

Bei einer unserer Fahrten auf der Insel durchqueren wir kilometerlang verbrannte Wald- und Buschflächen. Oft verspüren wir ein Endzeitszenario. Verkohlte Baumstämme und -Äste bestimmen das Bild. Viele sind umgestürzt oder nach dem Feuer gefällt worden, um nicht auf die Straße zu stürzen. Wir erkennen auch Schneisen, die geschlagen worden sind. Meist vergeblich, denn die Feuerwalze konnte bei den herrschenden Winden nicht gestoppt werden. Die Reste der auf der Insel stark verbreiteten Riesenfarne ist das einzige, was neben den Bäumen nicht komplett verbrannt ist. Sie sind war kräftig gestutzt, zeigen aber überraschend immer noch, oder schon wieder grüne Ansätze.
Die Chefin unseres Motels ist ein Beispiel für die Hartnäckigkeit und dem Mut, mit dem die Menschen den Wiederaufbau angehen. Die Farm ihrer Familie ist komplett verbrannt. Sie erzählt das ohne erkennbare emotionale Regung. Das überrascht und beeindruckt uns sehr …

Verlängerung in Australien

Wir planen um! Die alte Reiseplanung sah vor, am kommenden Freitag (7.2.) von Adelaide nach Hongkong zu fliegen, dort sich 5 Tage in den Trubel der Millionenstadt zu stürzen und dann am 13. Februar wieder in Deutschland zu landen. Aus Angst vor dem sich ausbreitenden Corona Virus und aus Sorge, eventuell in Hongkong zu stranden und Probleme mit dem Weiterflug (die Flughäfen Chinas werden zunehmend weniger angeflogen) zu bekommen, fliegen wir jetzt über Singapur zurück. Wir wissen zwar, dass es dort auch Krankheitsfälle gibt, glauben jedoch, im Ernstfall dort besser aufgehoben zu sein. Außerdem beschränken wir den Aufenthalt auf nur eine Übernachtung.
Die Entscheidung ist uns recht leicht gefallen. Südaustralien gefällt uns sehr und wir haben nun die Möglichkeit außerplanmäßig den Nationalpark der Flinder Ranges (Gebirgszug im Outback 400 km nördlich von Adelaide) sowie den Grampions Nationalpark besuchen zu können. Neben diesen Parks möchten wir noch ein paar Tage an der Küste verbringen. Zum Beispiel in Lorne, wo uns der Ferienort und seine Strände bei der Durchfahrt auf dem Hinweg besonders gut gefallen haben.
Von Melbourne aus geht dann der Rückflug am 17. Februar mit Singapure Airlines und Lufthansa, so dass wir am 19. hoffentlich gesund, frisch und munter wieder in Frankfurt zurück sind.
Doch bis dahin haben wir noch über zwei Wochen und wir werden sehen, wohin uns der Weg führt…..es bleibt spannend!

Mal sehen, wo es lang geht …..

Robe – eine Perle Südaustraliens

Nach der abenteuerlichen Bootsfahrt zu den Lobsterfanggebieten steht nun eine Wanderung an der Küste der Bucht auf dem Programm: schön angelegte Pfade mit prima Ausblicken. Insgesamt muss man den Stadtplanern Robes ein Lob aussprechen. Das Customs House birgt ein interessantes Museum über diesen geschichtsträchtigen Ort. So spielen auch die Deutschen eine Rolle, als im ersten Weltkrieg das zum Kreuzer umfunktionierte Frachtschiff Piguin zahlreiche Seeminen aussetze und einige davon in Robe und Umgebung an den Strand gespült wurden. Eine explodierte bei der Entschärfung und zwei Einwohner Robes fanden den Tod.
Nach dem Museum steht jetzt aber die obligatorische Ortsrundfahrt auf dem Programm. Vom Aussichtspunkt Beacon Hill reicht der Blick weit über die Bucht. An ihrem langgezogenen Strand sehen wir zahlreiche geparkte Auto. Mit dem Auto auf den Strand? Da müssen wir hin!

Riffe an der Küste bei Robe
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Auf Lobsterfang in Robe

Wir folgen der Great Ocean Road weiter nach Westen, genießen weiter die eindrucksvolle Küste und erreichen schließlich in Warrnambool das Ende der Panoramastrasse. Wir drehen eine Runde durch die Stadt. Sie ist genauso gepflegt, einladend und pittoresk wie Mount Gambier, der nächste Ort auf unserer Route, der allerdings nicht mehr in Victoria, sondern in Südaustralien liegt. Ob wohl es bereits unser vierter Trip nach Australien ist, sind wir doch das erste Mal in diesem Bundesstaat.

In Beachport sind wir wieder ganz nah am Ozean und sind beeindruckt von der tiefblauen Farben des Wassers und den weiss-gelben Stränden. Schließlich erreichen wir nach 375 km unser Etappenziel in Robe. Wir scheinen wieder einen Volltreffer mit der Auswahl der Bed & Breakfast Unterkunft erzielt zu haben: Da sind der freundliche Empfang von Carolyn und Andrew, die prompte Einladung zu frischem Kaffee und selbstgebackenen Keksen, die Lage des Hauses, der Blick auf die Bucht, auch von unserem Zimmer.

Aber das ist erst der Anfang eines herrlichen Aufenthaltes in einem reizenden Ort mit tollen Gastgebern……

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