Raus ins rote Outback!

Nach dem lustigen und ein wenig feuchtfröhlichen Abend mit Jürgen und seinen Kollegen heißt es Kofferpacken und Abschied nehmen von Adelaide. Wir können den Tiguan behalten und los geht es in Richtung Norden. Adelaide zieht sich ewig hin, endlich wird es ruhiger. Wir durchqueren das Weinbaugebiet rund um Clare, bei Jamestown sind wir bald allein auf der Strecke. Unser Ziel für heute ist Hawker, ein kleiner Ort, der südlich der viel gepriesenen Flinder Ranges liegt. Nach und nach verschwindet das karge Grün der Landschaft und wird ersatzlos durch gelb, grau und rot ersetzt. Spätestens nach Orroro haben wir das australische Outback erreicht. Am Straßenrand mehren sich die mehr oder weniger skelettierten Kadaver der überfahrenen Känguruhs. Die Füchse und Raben machen ihren Job. Ein riesiger Adler lässt sich von uns bei seiner Mahlzeit nicht stören. Nach gut 400 km erreichen wir unser Ziel. Das erste was wir von Hawker sehen ist ein Schrottplatz, was danach kommt ist auch nicht besser ….


Aber es sollte noch heftiger kommen …

Sandsturm in Windana Cottage, Hawker

Unsere Unterkunft, eine Hütte (die Aussies sagen Cottage) mit Selbstverpflegung, liegt ca. 2km vor dem Ort. Unsere Gastgeber lassen sich durch eine Haussitterin vertreten, die uns den Weg zur Hütte weist. Den tiefen Graben dahin schafft unser Tiguan mit links. Die nette Frau meinte auch noch, wenn es regnen sollte, führen wir besser hinten rum (??). Inzwischen hatte sich der Himmel auf dunkelrot eingependelt. Dunkel von den dicken Wolken, rot vom durch den Sturm aufgewirbelten Sand.
Kaum haben wir unsere wenigen Sachen ins Haus geschleppt, bricht er auch schon los: der Sandsturm. Beeindruckend, gespenstig, … dem Sandsturm folgt der wolkenbruchartige Regen. Die Frau meinte zuvor, es hätte in den letzten drei Jahren kaum geregnet. Und wir sind keine Stunde da, da plästert es, was das Zeug hält.
Nach gut einer Stunde ist der Spuk vorbei, das rote Outback voller Pfützen, unser Graben für den Tiguan unpassierbar. Wir warten ab, entscheiden uns dann für den Weg hintenrum. Wie auf zentimeterdicker, roter Schmierseife driften wir über den Weg und die Offroad-Piste. Da passt es dann auch, dass das herausgesuchte Restaurant schon vor längerer Zeit dicht gemacht hat. Die Alternative ist aufregend: der örtliche Saloon (in der australischen Provinz Hotel genannt) mit der üblichen Aufteilung: Bar, Dining Room, Spielsalon, Bottleshop!
Das Essen ist besser als erwartet, wir decken uns noch mit zwei Dosen Bier ein und machen uns auf den Rückweg, um wenigsten noch im Hellen unser Quartier zu erreichen. Da sitzen wir nun vor der Hütte und sehen das Hausschaf, zwei Känguruhs und vertreiben unaufhörlich Fliegen. Da kommt „Freude“ , sorry, natürlich beste australische Outbackstimmung auf ….

Ein Gedanke zu „Raus ins rote Outback!

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