Seit dem 28.Dezember sind wir jetzt in Australien. Von den Feuern haben wir – abgesehen von Presse, TV und Heimatfunk (zum Glück) – nichts mitgekriegt. Sydney zeigte sich bei unserer Ankunft mit stahlblauem Himmel und strahlendem Sonnenschein. Auch konnten wir keinen Rauch in der Luft feststellen. Die dramatischen Nachrichten aus den Orten, die nach der Kreuzfahrt auf unserer Strecke nach Melbourne lagen, haben uns aber zur Routenänderung veranlasst. Die Gegend um Canberra war einzigartig ausgedörrt und knochentrocken. Da reicht ein Funke, um einen Flächenbrand des Buschwerks zu entfachen. Ein sehr geringer Teil der Bevölkerung trug einfache Atemmasken. Von den Straßen aus, auf denen wir fahren, können wir keinerlei Rauch entdecken. Die ausgefeilten Apps, mit denen wir aufmerksam die Geschehnisse verfolgen, bestätigten uns auch, dass wir immer einen gehörigen Abstand zu den Feuern haben. Je weiter wir uns Melbourne und Südvictoria nähern umso grüner und weniger trocken wird die Landschaft. Seit ein paar Tagen hat es jetzt auch immer wieder geregnet und es ist deutlich kühler geworden.
Das hat die ermüdeten Feuerwehren unterstützt und sicherlich neu motiviert. Nur noch auf Känguruh-Island, welches wir in ca. 10 Tagen erreichen, lodern noch (teils eingedämmte) Feuer. Diese liegen auch im Westen der Insel, ein Areal welches wir – falls nötig – meiden können. Nun sind die Touristen auch wiederaufgefordert, zu kommen und nicht zu stornieren, um den wirtschaftlichen Schaden einzudämmen.
Was Schuld und Ursache der Feuer angeht, sind sich die Australier scheinbar uneins. Feuer hat es schon immer gegeben. Mal mehr, mal weniger heftig. Das ist nun mall so. Wenige sehen den globalen Klimawechsel als ursächlichen Treiber für die diesjährige Heftigkeit an. Viele sind eher der Ansicht, dass in den letzten Jahren die jetzt brennenden Wälder zu wenig vom stetig wachsenden Gras (z. B. mit Hilfe von Tierhaltung) und zu wenig vom Altholz durch Rodung, Säuberung und gezieltes Abbrennen befreit worden sind und jetzt den Feuern zusätzliche Nahrung bieten. Oft werden dabei die Grünen angeprangert, weil sie mit ihrer Politik für den jetzigen Zustand der Wälder die Verantwortung tragen, nur um Tierarten, die bei kontrolliertem Abbrennen und bei regelmäßiger Rodung bedroht wären, vorrangig zu schützen. In den letzten Jahren sind so viele kontrollierbare Feuer vorzeitig und zu früh eingedämmt worden. Jetzt ist das Gras jetzt besonders hoch und es liegen viele vertrocknete, alte Bäume und Büsche in der Landschaft. Ähnlich wie in 2009 können sich zudem dieses Jahr aufgrund der besonders starke Winde und der extremen Trockenheit die Feuer besonders stark und schnell ausdehnen, finden viel mehr Nahrung und schließen sich teilweise zu regelrechten Feuerwalzen zusammen.
Ob nun die einen oder anderen Recht haben, können wir nicht sagen. Es bleibt zu hoffen, dass man aus dem diesjährigen Disaster und den begangenen Fehlern für die Zukunft lernt.
Wir sind zum Glück bisher nur mit einem Feuer direkt in Berührung gekommen: Das ist das Kaminfeuer bei Larry und Linda. Hier im südwestlichen Gippsland ist es nämlich abends und nachts derzeit sehr „frisch“ und das hat unsere Gastgeber, über die im kommenden Blogbeitrag noch ausführlich zu berichten ist, bewogen zur abendlichen Plauderstunde bei einem Gläschen Wein den Kamin anzumachen.

Es sieht ja wieder sehr einladend bei euren Gastgebern am Kaminfeuer aus. Außerdem habe ich noch einen Weihnachtsstern entdeckt, alles sehr kuschelig. Wünschen euch weiterhin so tolle Quartiere und Gastgeber, dann hält man es unbeschwert aus. Mit den Feuern hoffen wir für Mensch und Tier das es nun endlich ein Ende hat. Auch wenn wir wissen, dass mit der Eindämmung der Brände der Aufbau und die Versorgung der Tierwelt noch ordentliche Aufgaben zu bewältigen sind. Ansonsten sehen wir die Ursachen genauso wie ihr. Der Mensch meint überall eingreifen zu müssen und später erweist sich die gut gemeinte Handlung als widersinnig. Sind erstmal glücklich zu wissen, dass ihr auf der Hut seid und es euch bestens geht. Viel Freude und nette Begegnungen auf eurer weiteren Tour. Liebe Grüße Beate und Volker,
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