Adelaide – beliebte Millionenstadt

Wir fahren von Kangaroo Island weiter in die Millionenstadt Adelaide, wo wir im Zentrum eine AirB&B Wohnung beziehen. Auch hier hat wie in Canberra eine grundlegende Planung stattgefunden. Das Stadtzentrum ist einige Quadratkilometer groß, exakt quadratisch und von üppigen Grünflachen umgeben. Nach der Bevölkerungsexplosion ist sie in den letzten Jahrzehnten zur Millionenstadt aufgestiegen und weit über die ursprünglichen Grenzen hinaus gewachsen.

Wir haben uns für Adelaide drei Sachen vorgenommen: Die Stadt besichtigen, den langgezogenen Küstenstreifen abfahren und die etwas kühleren Berge im Osten der Stadt erkunden…

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Abends zum Essen gehen …

Abends zum Essen gehen, ist in Australien und insbesondere im Busch – wie man in Sydney zu sagen pflegt, schon manchmal etwas kurios. Da die Bürgersteige in der Regel gegen 6 Uhr – bis dahin schließen die Geschäfte – hoch geklappt werden, geht der Australier auch früh zum Abendessen. Nach 20 Uhr ist es schon langsam schwierig, zumindest ungemütlich noch was zu essen zu bekommen.
In der Provinz läuft das in etwa wie folgt ab… Man geht rein ins Restaurant, orientiert sich zum Tresen und arrangiert sich mit dem Personal, an welchem Tisch man Platz nehmen darf bzw. möchte. Dann nimmt man die Speisekarte mit, liest die im Lokal angeschriebenen Tagesangebote, entscheidet sich für ein Gericht und marschiert zur Theke, um die Getränke und das Essen zu bestellen. Dort wird auch gleich mit Kreditkarte bezahlt. Bier oder ein Glas Wein wird sofort ausgeschenkt und man nimmt es mit zum Tisch. Gleiches gilt für einem Tischständer mit Nummer. Daran orientiert sich das Personal, welches das Essen zum Tisch bringt. Will man eine zweite Runde muss man wieder zur Theke laufen, zahlen ….

Counter Deal Lokal Queenscliff in Kingscote, SA

Und so läuft es in den größeren Städten…

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Streifzug durch die Tierwelt

Kommen wir zur schönen, weitgehend unversehrten Seite von Kangaroo Island. Die Landschaft auf der östlichen Seite ist zwar etwas unspektakulären, dennoch reizvoll. Wir können zudem während einiger Touren zum Nord- und Südstrand zahlreiche Tierbeobachtungen erleben. Die Kakadus treten hier meist in großen Schwärmen von mehr als 100 Vögeln auf. Da sind die Pelikane eher in kleinen Gruppen vertreten. Wenn sie über einem kreisen, oder einen Anflug auf die kleinen Landeflächen der Straßenlampen versuchen, ist das schon ein beeindruckendes Bild.

Pech im Anflug – alles besetzt…

Abends sind wir unterwegs, um Känguruhs oder ihre kleineren Verwandten, die Wallabies aufzuspüren. Wir finden sie vereinzelt auf freien parkähnlichen Flächen. Sie beobachten uns mit Argwohn und Scheu. Ganz nah heranzukommen ist schwierig.

Noch schwieriger ist es, Koalas in freier Wildbahn zu sehen. Wir erwischen uns oft, wie wir ihre Lieblingsplätze, die Eucalyptusbäume absuchen. Doch wenig erfolgreich. Besser vor die Augen bzw. Kamera bekommt man die possierlichen Tiere in den Freilichtparks. Man sagt uns, dass durch die Feuer die Population auf etwa die Hälfte zurückgeworfen wurde. Dennoch geht man davon aus, dass immerhin noch 10.000 Tiere auf Känguruh Island leben.

Eine besondere Attraktion stellt eine Begegnung mit den Seelöwen dar ….

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Kangaroo Island – verbranntes Paradies

Wir fahren auf leeren Straßen die kurze Distanz von Victor Harbour nach Port Jarvis. Der recht trostlose Ort wäre ohne jegliche Bedeutung, wäre er nicht der Fährhafen zu Kangaroo Island. Wir sind auf die 11.30 Fähre gebucht: 30 A$ pro Person und 200 A$ für unseren Tiguan – nicht gerade preiswert (175€ umgerechnet), aber immerhin für hin und auch zurück. Dafür wird man von sechs Mann unterstützt, mm-genau einzuparken. Gut 45 Minuten dauert die Überfahrt durch die oft stürmische Backstair Passage, die sich heute jedoch recht friedlich zeigt.

Kangaroo Island erwartet uns mit einem heftigen, anhaltenden Wolkenbruch. Gut – nun sind auch die letzten Glutnester der verheerenden Wald- und Buschbrände gelöscht. Fast die Hälfte der ca. 150 km langen und ca. 50 km breiten Insel ist von den Feuerwalzen verwüstet worden. Militär, Feuerwehr, Ambulanzen sind immer noch gegenwärtig. Ab der Mitte der Insel sind alle Straßen in Richtung Westen gesperrt. Die Aufräumarbeiten werden sich noch wochenlang hinziehen. Dennoch werden Besucher wie wir gern gesehen, der Tourismus und die damit verbundenen Einnahmen liegen brach und müssen neu angekurbelt werden.

Bei einer unserer Fahrten auf der Insel durchqueren wir kilometerlang verbrannte Wald- und Buschflächen. Oft verspüren wir ein Endzeitszenario. Verkohlte Baumstämme und -Äste bestimmen das Bild. Viele sind umgestürzt oder nach dem Feuer gefällt worden, um nicht auf die Straße zu stürzen. Wir erkennen auch Schneisen, die geschlagen worden sind. Meist vergeblich, denn die Feuerwalze konnte bei den herrschenden Winden nicht gestoppt werden. Die Reste der auf der Insel stark verbreiteten Riesenfarne ist das einzige, was neben den Bäumen nicht komplett verbrannt ist. Sie sind war kräftig gestutzt, zeigen aber überraschend immer noch, oder schon wieder grüne Ansätze.
Die Chefin unseres Motels ist ein Beispiel für die Hartnäckigkeit und dem Mut, mit dem die Menschen den Wiederaufbau angehen. Die Farm ihrer Familie ist komplett verbrannt. Sie erzählt das ohne erkennbare emotionale Regung. Das überrascht und beeindruckt uns sehr …

Verlängerung in Australien

Wir planen um! Die alte Reiseplanung sah vor, am kommenden Freitag (7.2.) von Adelaide nach Hongkong zu fliegen, dort sich 5 Tage in den Trubel der Millionenstadt zu stürzen und dann am 13. Februar wieder in Deutschland zu landen. Aus Angst vor dem sich ausbreitenden Corona Virus und aus Sorge, eventuell in Hongkong zu stranden und Probleme mit dem Weiterflug (die Flughäfen Chinas werden zunehmend weniger angeflogen) zu bekommen, fliegen wir jetzt über Singapur zurück. Wir wissen zwar, dass es dort auch Krankheitsfälle gibt, glauben jedoch, im Ernstfall dort besser aufgehoben zu sein. Außerdem beschränken wir den Aufenthalt auf nur eine Übernachtung.
Die Entscheidung ist uns recht leicht gefallen. Südaustralien gefällt uns sehr und wir haben nun die Möglichkeit außerplanmäßig den Nationalpark der Flinder Ranges (Gebirgszug im Outback 400 km nördlich von Adelaide) sowie den Grampions Nationalpark besuchen zu können. Neben diesen Parks möchten wir noch ein paar Tage an der Küste verbringen. Zum Beispiel in Lorne, wo uns der Ferienort und seine Strände bei der Durchfahrt auf dem Hinweg besonders gut gefallen haben.
Von Melbourne aus geht dann der Rückflug am 17. Februar mit Singapure Airlines und Lufthansa, so dass wir am 19. hoffentlich gesund, frisch und munter wieder in Frankfurt zurück sind.
Doch bis dahin haben wir noch über zwei Wochen und wir werden sehen, wohin uns der Weg führt…..es bleibt spannend!

Mal sehen, wo es lang geht …..

Robe – eine Perle Südaustraliens

Nach der abenteuerlichen Bootsfahrt zu den Lobsterfanggebieten steht nun eine Wanderung an der Küste der Bucht auf dem Programm: schön angelegte Pfade mit prima Ausblicken. Insgesamt muss man den Stadtplanern Robes ein Lob aussprechen. Das Customs House birgt ein interessantes Museum über diesen geschichtsträchtigen Ort. So spielen auch die Deutschen eine Rolle, als im ersten Weltkrieg das zum Kreuzer umfunktionierte Frachtschiff Piguin zahlreiche Seeminen aussetze und einige davon in Robe und Umgebung an den Strand gespült wurden. Eine explodierte bei der Entschärfung und zwei Einwohner Robes fanden den Tod.
Nach dem Museum steht jetzt aber die obligatorische Ortsrundfahrt auf dem Programm. Vom Aussichtspunkt Beacon Hill reicht der Blick weit über die Bucht. An ihrem langgezogenen Strand sehen wir zahlreiche geparkte Auto. Mit dem Auto auf den Strand? Da müssen wir hin!

Riffe an der Küste bei Robe
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Auf Lobsterfang in Robe

Wir folgen der Great Ocean Road weiter nach Westen, genießen weiter die eindrucksvolle Küste und erreichen schließlich in Warrnambool das Ende der Panoramastrasse. Wir drehen eine Runde durch die Stadt. Sie ist genauso gepflegt, einladend und pittoresk wie Mount Gambier, der nächste Ort auf unserer Route, der allerdings nicht mehr in Victoria, sondern in Südaustralien liegt. Ob wohl es bereits unser vierter Trip nach Australien ist, sind wir doch das erste Mal in diesem Bundesstaat.

In Beachport sind wir wieder ganz nah am Ozean und sind beeindruckt von der tiefblauen Farben des Wassers und den weiss-gelben Stränden. Schließlich erreichen wir nach 375 km unser Etappenziel in Robe. Wir scheinen wieder einen Volltreffer mit der Auswahl der Bed & Breakfast Unterkunft erzielt zu haben: Da sind der freundliche Empfang von Carolyn und Andrew, die prompte Einladung zu frischem Kaffee und selbstgebackenen Keksen, die Lage des Hauses, der Blick auf die Bucht, auch von unserem Zimmer.

Aber das ist erst der Anfang eines herrlichen Aufenthaltes in einem reizenden Ort mit tollen Gastgebern……

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Entlang der Great Ocean Road

Nach 4 Tagen Melbourne verlassen wir die Metropole in Richtung Südwesten, passieren Geelong und erreichen nach 120 km in dem kleinen Ort Anglesea das Meer und die Great Ocean Road.
Leider ist die von Larry empfohlene Känguruh Tour auf dem Golfplatz ausverkauft, so tanken wir voll und machen uns auf den Weg – besser auf die Strasse – mit dem Ziel 12 Apostel. Das sind die berühmten Sandsteinfelsen, von denen allerdings nur noch sieben den Meereswellen trotzen. Zuletzt 2009 ist plötzlich einer der Felsen in sich zusammengestürzt.
Die Entfernung dorthin beträgt 175 km und auf der kurvenreichen Panoramastrecke kommt man nicht schnell voran. Das wollen wir ja auch nicht, sondern Fahrt und Aussichten genießen. Die Straße wurde z.Zt. der großen Rezession von und zu Ehren der australischen Soldaten des 1.Weltkrieges gebaut. Wir erreichen als ersten größeren Ort Lorne. Der Wochenend- und Feiertagsverkehr (Australia Day) quält sich durch den touristischen Ferienort. Wir machen eine Kaffeepause, gehen an den Stand und schauen dem bunten Treiben zu. Dann geht es weiter nach Apollo Bay, der Verkehr wird weniger, aber der Ort überzeugt uns nicht. Am frühen Nachmittag erreichen wir den Port Campbell Nationalpark. Seine Highlights sind die wesentlich bekannteren 12 Apostel. Es hat sich ein wenig zugezogen, die Parkplätze sind völlig überfüllt. Da ist es besser, erst einmal zur Unterkunft in den Ort Port Campbell weiterzufahren und Quartier zu beziehen. Der kleine Ort lebt einzig vom Tourismus, schön geht anders.

Freuen wir uns also auf die Sehenswürdigkeiten, die uns die Natur bietet ….

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4x hoch hinaus in Melbourne

Wir erreichen Melbourne. Die zweitgrößte Stadt Australiens mit fast 5 Millionen Einwohnern erstreckt sich schier endlos mit ihren Vororten. Das Navi findet unsere Adresse St. Kilda St. 3 nicht, aber Hermas Navigationskünste führen uns dann doch zum Ziel. Es ist ein 25- stöckiges Gebäude mit zusätzlich 4 Ebenen Tiefgarage. Im Briefkasten finden wir die Box mit dem Code, darin die Schlüssel und in der 19. Etage auch unser Apartment für die kommenden 4 Tage. Es ist etwas spartanisch eingerichtet, hat aber alles was man braucht und bietet vom kleinen Balkon aus einen herrlichen Blick. Somit sind wir das erste Mal hoch hinaus in Melbourne.

Hier fahren tausende von Strassenbahnen, alte, neue, kreuz und quer, quietschend und läutend. Wir finden dennoch den Weg ins Zentrum mit den sehenswerten öffentlichen Gebäuden, den unzähligen Cafés und Take-aways, den Shops. Weiter geht es per Tram zum Riesenrad Melbourne StarFlyer in die Docklands, die in den letzten Jahren aufwändig aufgepäppelt worden sind, sich bezüglich der Akzeptanz aber schwer tun. Beim Riesenrad genießen wir exquisit zu zweit eine riesige Gondel. Die Runde dauert 35 Minuten und wir erreichen eine Höhe von knapp 120m. Eine Tour, die sich lohnt. Es geht somit das zweites Mal hoch hinaus.

In der Stadt ist viel los, Asiaten sind anlässlich ihres Neujahrsfestes unterwegs, die Australier haben zum Ende der Sommerferien noch ein langes Wochenende mit dem Feiertag Australia-Day am Montag.

Melbourne

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Das Paradies am Paradies

Wir verabschieden uns von den Piguinen auf Phillip Island und die Fahrt geht weiter nach Foster, dem kleinen Ort nördlich des Wilson Promotory Nationalparks. Da das Wetter schlechter werden soll, entscheiden wir uns, die Unterkunft erst später aufzusuchen und fahren die ca. 50km in den Park hinein bis die Straße bei Tidal River endet. Wir genießen einen Strandspaziergang am breiten Norman Beach, fahren ein paar Aussichtspunkte an, während langsam mehr und mehr Wolken vom Land her aufziehen.

Zurück in Förster gibt es noch eine kurze Kaffeepause, bevor wir uns auf den Weg in die Unterkunft für die nächsten drei Tage machen. Llarrinda Bed&Breakfast heißt sie, liegt ca. 10km abseits des Ortes und versteckt sich auf einer langgezogenen Hügelkette in den jetzt tief liegenden Wolken. Kaum erreichen wir auf dem parkähnlichen Grundstück das Wohnhaus, werden wir von unserer Gastgeberin Linda auf das Herzlichste begrüßt. Der Auftakt eines einzigartigen Aufenthaltes ….

Norman Beach im Wilson Prom N.P.
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