Neuseeland 1994

Zwischenstop Cook-Islands, Rarotonga

Im Spätherbst 1994 gingen wir wieder auf Ferntour. Dieses mal führte sie uns mit einem Zwischenstop auf den Cook Islands nach Neuseeland. Via London / L.A. / Tahiti erreichten wir nach gut 30 Stunden Rarotonga, die Hauptinsel der Cook-Islands – und dass ziemlich müde und ohne Gepäck, welches wohl in L.A. abhanden gekommen war.

Nach ein paar Stunden Ruhe gingen wir erstmal Sommerklamotten shoppen. Das Gepäck kam in der folgenden Nacht mit der nächsten Maschine: einem ruhigen Stopover stand somit nichts mehr im Weg. Wir lernen ein nettes deutsches Pärchen kennen, mieteten nach Erwerb eines Führerscheins einen Kleinwagen, der uns genüßlich um die runde Insel chauffierte. Wir genossen die Zeit, wenn gleich es ziemlich warm, aber meistens bedeckt war oder sogar regnete…so richtige Südseegefühle kamen da nicht auf…..

Neuseeland – Nordinsel

Nach fünf Tagen ging es weiter. Mit Überschreiten der Datumsgrenze ging gleich ein ganzer weiterer Tag verloren …. schwupps weg war er! Da waren wir nun in Auckland, der Hauptstadt Neuseelands… genau auf dem anderen Ende der Welt. Wir fanden uns in der überschaubaren Metropole schnell zurecht. Den schönsten Ausflug machten wir aber per Boot und anschliessendem Fussmarsch nach Devonport, einen der Stadt gegenüber liegenden Berg mit tollem Blick auf Hafen und Skyline.

Mit dem Auto ausgestattet – das Linksfahren machte keine Probleme – führte die weitere Route uns zunächst nach Norden in Richtung Pahia und bis zur Nordspitze, dem Cape Reinga. Dann ging es zurück, an Auckland vorbei auf die Halbinsel Coromandel.

In der Umgebung von Rotorua befindet sich das vulkanisch aktivste Gebiet der Nordinsel. Überall findet man Geysire, Sinterterrassen und blubbernde Muds. Schwefelgeruch liegt in der Luft und an vielen Stellen tritt kochendes Wasser an die Erdoberfläche.

Die Stadt Napier an der Ostküste, die durch das schwere Hawke’s Bay Erdbeben 1931 ziemlich zerstört wurde und im Art-Deco Stil wieder aufgebaut wurde, war unser nächstes Ziel. Beeindruckend war der Ausflug zur einer Tölpelkolonie am Cape Kidnappers. Während des Ausflugs lief dummerweise der Wasserhahn in unserem Motel, so dass wir spät abends noch das Zimmer wechseln mussten. HH hatte den Propfen im Waschbecken eingesetzt und den Hahn nicht richtig zugedreht. War uns das peinlich!!!

Neuseeland – Südinsel

Nach zwei weiteren Tagen in der Hauptstadt Wellington an der Südspitze der Nordinsel gaben wir dann unseren Mietwagen ab und setzen mit der Fähre nach Picton auf die Nordinsel über. Bei herrlichem Seewetter genossen wir die Überfahrt, insbesondere durch die vorgelagerte Inselwelt des Marlborough Sounds.

Überfahrt von Wellington nach Pictor

Auch die Nordinsel empfing uns mit herrlichem Wetter und schönstem Sonnenschein. Mit neuem Mietwagen ausgestattet fuhren wir von Picton in den Abel Tasman Park nördlich von Nelson. Mit dem Schiff ging es in den Nationalpark mit herrlichen Buchten und Stränden. Man konnte sich per Schiff absetzen lassenund eine herrlichen Wanderung an der Küste entlang machen, bis man schließlich wieder an vereinbarter Stelle auf das wartende Schiff traf. An den zerklüfteten Pancakes Rocks vorbei ging es dann südwärts. Links von uns die beeindruckenden Gletscher der neuseeländischen Alpen, rechts die rauhe Küste des Pazifiks. Nächstes Ziel war Queenstown, die Stadt mit dem schier unerschöpflichen Freizeitangebot: Bungee-Jumping und Jetbootfahren sind zwei Beispiele dafür. Wir machten nur Letzteres.

Das nächste – etwas schwieriger – zu erreichende Ziel war der Miford Sound, ein spektakulärer Fjord – umgeben von bis zu 1000m hohen Bergen und spektakulären Wasserfällen. Wir waren früh morgens da, um einen Platz auf dem wunderschönen Segelboot, dem Milford Wanderer zu ergattern. Die Sonne schien vom stahlblauen Morgenhimmel. Wie enttäuscht waren wir, als das Boot nicht auslief, die Nachricht kam, es gäbe einen Maschinenschaden und wir mussten auf das naheliegende Ausflugsboot wechseln, welches schon mit einer Gruppe Japanern gut besetzt war. Wir sprachen mit der Besatzung des Wanderers und bedauerten den Ausfall der mehrstündigen Fahrt, wo wir doch schließlich dafür um die halbe Welt gereist wären. Aber auch die Fahrt mit dem anderen Schiff war ein Erlebnis, zu beeindruckend ist das sich bietende Naturschauspiel. Als wir wieder an Land waren kam ein Mitglied der Wanderer-Crew auf uns zu und sagte, dass der Motorschaden behoben sei und wir zur nachmittäglichen Tour eingeladen wären. Welche eine Überraschung und Freude, dass wir diese spektakuläre Fahrt somit zweimal bei herrlichem Wetter unternehmen durften!

Am nächsten Tag im Fjordland Nationalpark stand der Doubtful Sound auf dem Programm. Zunächst ging es per Boot über den Manapouri See zur Besichtigung eines von Siemens gebauten Gezeitenkraftwerks. Es folgte wieder eine traumhafte Bootsfahrt durch den tiefen Sound, ein weiterer Tag vor imposanter Naturkulisse.

In Invercargill bzw. Bluff erreichen wir den südlichsten Punkt unserer Reise. Hier waren wir mit ca. 19.000 km und 12 Stunden Zeitunterschied wohl auch am weitesten weg von zuhause. Anschließend ging es wieder gen Norden, nach Dunedin und schließlich Christchurch.

am südlichsten Punkt: Bluff

Wir genossen die letzten Tage am anderen Ende der Welt, machten einige Ausflüge in das picturesque Umland, um Pinguin- und Albatross-Kolonien zu erleben und flogen schließlich via Auckland, L.A. (mit einem umplanmäßigen mehrstündigen Zwischenstop in einem Tageshotel) nach Frankfurt zurück. Von dort ging es per Bahn nach Bielefeld, wo sich das Weihnachtsfest unmittelbar anschloß.