Kann es ein tolleres Reiseland geben?

Vor dem Rückflug heisst es, noch einen Tag in Kapstadt verbringen. Schon die Rückfahrt mit dem Blick auf den ständig größer und klarer werdenden Tafelberg macht Spaß. Wir steuern zunächst das Hotel am Flughafen an, wo wir für die letzte Nacht der Reise einchecken. Das Hotel Verde Cape Town Airport mit seinem geräumigem, modernem Zimmer gefällt uns sehr. Am Nachmittag geht es zu einem letzten Spaziergang noch einmal an die Waterfront bevor wir den Mietwagen, unseren Ford Tiggo arg verstaubt bei Alamo zurückgeben. Die Dame beim Rückgabe-Check staunt nicht wenig über unsere Kilometerleistung: 3428 km haben wir zurückgelegt. Wir sind happy, dass die Schrammen am vorderen Kotflügel, die wir erst am zweiten Tag entdeckten (man sollte das Auto vorm Losfahren doch gründlicher checken) bereits bei Alamo aktenkundig sind und somit keine weitere Diskussionen auslösen. Auch finden wir es prima, dass Alamo uns sogar kostenlos zum Hotel chauffiert, wo wir den Abend ruhig ausklingen lassen.

Entsprechend der Werbung von Emirates „Lassen Sie den Urlaub weitergehen…“ wollen wir uns dieses Gefühl mal seitens Lufthansa vermitteln lassen – haben wir uns doch diesmal die Verwöhnklasse spendiert. Relaxtes Einchecken des Gepäcks, angenehmes Warten in der Lounge, vorrangiges Boarding sind erste Vorboten der Annehmlichkeiten, die auf uns zukommen sollen. Die neue Allegris-Bestuhlung hat aber so ihre Für und Wider. Wir konnten bei der Buchung keine Plätze auswählen, so sitzt der eine auf 2K und der andere von uns auf 10G. Immerhin gelingt es uns den 2K auf 11F zu tauschen, so dass wir schräg hintereinander sitzen… Die exakt elf Stunden Flug mit pünktlichem Start und Landung des neuen Airbus A3500 Stadt Ludwigshafen werden allerdings bei dem nochmal gesteigertem Platz- und Liegeangebot, dem Comfort und natürlich bei der Verpflegung zum Reisegenuss und wir können den Emirates Spruch auch bei der Lufthansa voll nachvollziehen.

Mehr aus Neugier als auf den letzten Moment doch noch sparen zu wollen, testen wir unsere Entdeckung eines Uber-Transports mal am Münchner Flughafen. App gestartet, Ziel eingegeben und 4 Minuten später steht der schwarze Toyota mit FFB Kennzeichen zur Fahrt nach Unterhaching vor uns …. 42,6 km weiter, 45 Minuten später und 102€ ärmer (der Krieg mit den Münchner Taxifahrern wird sich sicherlich noch verschärfen) freuen wir uns wieder heil zuhause zu sein und die zwei Katzen – gut gepflegt während der drei Wochen – scheinen darüber auch nicht böse zu sein …

Fazit:

Südafrika Ist mit seinem Klima und seiner Landschaft mit bizarren Gebirgen, tollen Stränden und herrlichen Küstenstrassen für uns das ideale Reiseland. Darüberhinaus zeichnet es sich durch ein ausgezeichneten Preis-Leistungsverhältnis aus. Von dem touristischen Andrang, wie wir ihn zuletzt in Europa erfahren haben, ist rein gar nichts zu spüren gewesen. Die Bed&Breakfast Gästehäuser waren nur z.T. belegt, an den touristischen Attraktionen war jeweils eine überschaubare Menge an Besuchern, in den Restaurants haben wir immer einen schönen Platz bekommen. Alles ist bestens anzusteuern, überall sind ausreichend kostenlose Parkplätze vorhanden und für ein kleines Trinkgeld wird man eingewiesen und der Wagen „bewacht“. Auf unsere Nachfrage hin, berichtete man uns, dass es in den Weihnachtsferien und zum Jahreswechsel auch schon mal anders zugehen kann. So haben wir unsere Reisezeit – also nach den südafrikanischen Weihnachtsferien – richtig gewählt. Die Übernachtungspreise und die Kosten in den Restaurants oder Kneipen sind sehr günstig. Wir haben im Schnitt 120-150€ pro Nacht und Zimmer inkl. reichhaltigem Frühstück gezahlt und dabei gezielt die jeweils am besten bewerteten Gästehäuser gewählt. Das Wetter war super – wenn gleich wir von dem Temperaturwechsel (von -5 in München auf +35 in der Kleinen Karoo) beeindruckt waren. Die trockene Luft und der stete Wind sind aber ganz anders zu ertragen als die schwüle Tropenwärme.

Wir glauben, dass wir uns über den Comfort der Unterkünfte und die Qualität des Essen bereits genug geäußert haben… vieles davon ist kaum zu toppen. Das Autofahren hat Spaß gemacht – ganz nach dem Motto: Der Weg ist das Ziel. Mit einem Preis von 1€ / Liter Super ist die Tankbilanz am Ende auch kein Schock für die Reisekasse. Was die Sicherheit angeht, haben wir uns an keinem Ort und in keiner Minute bedroht gefühlt. Vielmehr hat uns die Freundlichkeit der Gastgeber, des Personals bis hin zum freundlichen Parkwächter beeindruckt. Wir würden uns freuen, wenn wir Südafrika bald wieder besuchen könnten …. dann vielleicht wieder mit mehr Schwerpunkt auf die Tierwelt, denn die ist diesmal – wenn auch beabsichtigt – doch zu kurz gekommen ….

Abstecher in den Norden

Von Camps Bay fahren wir für die letzten drei Tage unseres Urlaubs in den Norden. Die Fahrt geht vorbei an teuren Villen an der Küste, die durch eine Lagune und einen Golfplatz von der Straße abgetrennt sind. Zutritt ist wie immer schwierig, denn oft steht man vor einem Gate mit einer Patrouille, die nur Leute mit Zugangsberechtigung in das Viertel fahren lässt. Bald geht jedoch die Strecke in flaches Buschland über und wir kommen zügig voran. Nach gut 170 km erreichen wir unseren Zielort Paternoster.

Der Ort besteht aus zahlreichen weißen Häusern im alten, holländischen Fischer Stil. Wir haben wieder sehr viel Glück mit unserer Unterkunft, denn wir bekommen das gewünschte Zimmer in der ersten Etage mit der großen Terrasse und dem direkten Blick auf den weiten Sandstrand. Die Gastgeberin ist eine ältere Dame(Dean) mit einem total lieben Airdale der auch noch genau wie unsere Katze Luna heißt.

in dem Ort gibt es zahlreiche erstklassige Restaurants, sonst aber recht wenig Leben. Vorm Frühstück sind Strandspaziergänge angesagt. Und wir haben enorm viel Spaß, weil wir die ganze Zeit von Luna begleitet werden. Es macht schon Spaß mit einem Hund am Strand zu laufen.

am ersten Tag fahren wir zur großen Lagune von Langebaan, einem kleinen Ferienort und einem riesigen Kiter Paradies. Von den vereinzelten Bars kann man dem wilden Treiben auf der Lagune zuschauen. Abends geht es ins Noisy Oyster Restaurant, was total verrückt eingerichtet ist und fantastisches Essen bietet. Den zweiten Tag verbringen wir dann im West Coast Nationalpark. Auch hier gibt es tolle überblicke über die mal grün mal gelb schimmernde Lagune.

insgesamt sind wir etwas gespalten, was Paternoster angeht. Es ist sehr pitoresque, die Strände sind sagenhaft, aber das Wasser ist mit 13-14° zum Baden zu kalt. Die Restaurants haben einen guten Ruf, nach dem Essen ist im Ort aber nichts mehr geboten. Dennoch gehen die drei Tage schnell rum und dann heißt es Koffer packen und Rückfahrt nach Kapstadt, noch eine Nacht im Flughafen Hotel und dann steht am Dienstag der Rückflug nach München an. Das Fazit der Reise kommt dann im letzten Block. Aber das es super ausfällt steht eigentlich jetzt schon außer Frage…

what a life in Camps Bay …

Die Tage in Camps Bay sind wieder traumhaft: Morgens das fantastische Frühstück im Guesthouse Ocean Lounge, dann ein Ausflug zu den Highlights der Stadt, der Halbinsel über die Panoramastrecken entlang der Küste. Man kann sich gar nicht sattsehen an den tollen Buchten mit ihren weißen Sandstränden, entscheiden welche Location man für eine Erfrischung oder einen Imbiss ansteuern soll. Nachmittags steht dann Relaxen am Pool auf dem Programm. Den haben wir immer für uns allein und man wechselt zwischen Halbschatten und Schatten wie es einem gerade so gefällt. Im ersten Stock hat man von der großen Terrasse einen noch besseren Blick auf das Meer und sieht die Schiffe, die rund um das Kap der Guten Hoffnung kreuzen, genießt einen coolen Drink per Selbstbedienung an der hauseigenen Bar.

Abends laufen wir die kurze Strecke quer durch die Villen zur Beachfront, bummeln an den Restaurants vorbei und suchen uns ein schönes Plätzchen mit Blick auf den Strand jenseits der Straße, die untergehende Sonne und das bunte Treiben. Wir sind überrascht über die Qualität und das Preis-Leistungsverhältnis. Das Publikum ist vielfältig und bunt sowohl im Lokal als auch auf der Straße. Der Service herausragend. Das Essen wird im auf heißen Teller serviert, das Angebot vielfältig und die Steaks und der Fisch einzigartig. Auch gönnen wir uns eine leckere Vorspeise, genauso geteilt wir die für südafrikanische Restaurants scheinbar obligatorische Creme Brulee oder Tarte Malve. Mit einer Flasche guten Weines und des üblichen Sparkling Waters landen wir regelmäßig um die 60-70€ inkl. mindestens 10% Trinkgeld. Vielleicht noch einen Drink in unserer Lieblingsbar zum Abschluss, dann geht’s per Uber zurück zur Ocean Lounge.

Wir verweilen von Montag bis Freitag morgen in Camps Bay, auch um dem für das Wochenende nachgesagten Trubel zu entgehen. Am Ende fällt uns der Abschied schwer, hat uns der Comfort, ja schon Luxus der Lounge, das abwechslungsreiche leckere Frühstück und auch die freundliche Aufnahme seitens Patricias restlos überzeugt. Wir haben die Kontaktdaten gespeichert und setzen uns zum Ziel, möglichst schnell wieder, vielleicht auch ein paar Tage mehr, dort zu verbringen. Aber das haben wir uns ja auch schon in Montagu, bei Erik in Oudtshoorn und im Barrington in Plettenberg, bei Isabelle und Pierre im zauberhaften Somerset 20 in Swellendam gesagt …. Mal sehen, was die letzte Station in Paternoster mit sich bringt …

von der Waterfront zur Guten Hoffnung

Die Szene rund um die Waterfront erleben, zum Kap der Guten Hoffnung und rauf auf den Tafelberg sind eigentlich die drei Hauptattraktionen auf der To-do-Liste eines Kapstadt Besuchers. Auf den Tafelberg verzichten wir diesmal, zum einen ist es zu windig, zum anderen haben wir das ja schon vor 11 Jahren erlebt als wir das erste Mal in Kapstadt gewesen sind. Wir fahren stattdessen wieder auf den Signal Hill, wo man auch einen herrlichen Blick über die Stadt hat. Die Zufahrt ist nicht weit entfernt und mit dem Auto völlig problemlos- nur zum Sonnenuntergang soll immer einiges los sein. Man hat von oben einen tollen Blick auf den Tafelberg, die Waterfront, den Hafen, das DHL Stadion wo das WM Finale 2010 stattgefunden hat und nicht zuletzt auf Downtown und direkt vor einem das Bo Kaap Viertel mit seinen farbenfrohen Häusern.

Im Hafen liegt die AidaStella, mit der wir noch vor wenigen Wochen eine Kreuzfahrt durch das westliche Mittelmeer unternommen haben. An der Waterfront ist alles beim alten. Es herrscht buntes Treiben, ist aber alles anders als überlaufen wie wir es zuletzt in den europäischen Touristenattraktionen erlebt haben. Wir genießen einen kleinen Imbiss, schlendern einen wenig an den Lokalen vorbei, stromern durch die Malls und finden auch ein hübsches Sonnenkappi für HH. Jetzt läuft er mit den Springboks (Name der südafrikanischen Rugby Mannschaft) auf dem Kopf durch die Gegend. Vorher waren es die All Blacks – also die Neuseeländer auf der Mütze und somit die Erzrivalen der Springboks was den einen oder anderen Kommentar ausgelöst hat.

Am zweiten Tag in Kapstadt fahren wir über die Kap-Halbinsel zum Kap der Guten Hoffnung. Die malerische Strecke führt entlang der Küste von Camps Bay zunächst nach Houtbay und dann über den sensationellen Chapmans Peak Drive nach Simon Town. Diese Panoramastrasse ist für eine der tollsten Strassenabschnitte der Welt. Wir werden sie auch am nächsten Tag nochmal befahren. Am Kap gilt es zunächst einmal zu Fuß zum Leuchtturm hinaufzulaufen. Auf die Alternativen Shuttle per Kleinbus oder neuerdings Zahnradbahn verzichten wir. Letztere ist auch nicht in Betrieb. Der kurze Marsch nach oben ist zwar recht anstrengend, bietet aber immer wieder neue Blicke aufs atlantische Meer, das Kap und seine tollen Buchten und Strände. Es ist überraschend wenig los, man sieht den einen oder anderen AIDA Passagier, der an diesem Tag an oder von Bord geht, denn die AIDA hat Passagierwechsel in Kapstadt. Was wir vermissen sind die frechen Baboons, also die Affen, die bei unserem ersten Besuch des Kaps auf dem Parkplatz und dem Weg zum Leuchtturm ihr Unwesen getrieben haben. Neben dem Aufstieg zum Leuchtturm gibt es einen noch etwas weiter südlich gelegenen Punkt, wo das bekannte Schild für die Erinnerungsphotos immer regen Zuspruch findet. So kitschig das ist, wir lassen uns auch nochmal fotografisch festhalten …

Angekommen in Kapstadt

Wir verlassen Swellendam und fahren – auch auf Empfehlung von Gastgeber Pierre – auf möglichst südlicher Route in Richtung Cape Town. Es ist deutlich weniger Verkehr auf der N2, die wir dann aber verlassen, um nach Hermanus zu kommen. Wale gibt es dort zu dieser Jahreszeit zwar nicht zu beobachten, aber der hübsche Ort hat auch so eine Menge zu bieten. Nach der Mittagspause fahren wir auf der traumhaften Küstenstraße oft direkt am Meer und den goldgelben Stränden vorbei an Bettys Bay Richtung Cape Town. Immer wieder halten wir an, um die tollen Ausblicke zu genießen. Vor der Metropole am südlichen Ende Afrikas nimmt der Verkehr deutlich zu und Google Maps schickt uns kreuz und quer über die Hügel vorbei am Tafelberg nach Camps Bay, wo wir in den kommenden vier Tagen logieren werden.

Von der Unterkunft, der Ocean Lounge, sind wir begeistert. Patrizia, unsere deutsche Gastgeberin, gibt uns eine kurze Führung durch das Haus. Es gibt insgesamt fünf Gästezimmer, von denen aktuell neben unserem nur ein weiteres belegt ist – von einem etwas angehobenen, allein reisendem Afrikaner. Also haben wir Garten und Pool nahezu für uns allein und das genießen wir ausgiebig. Das Haus liegt ein paar hundert Meter oberhalb der Beachroad mit all ihrem pulsierenden Leben und den anlockenden Restaurants und Bars und wir entscheiden uns den Weg zum Strand zu Fuß zurückzulegen, was auch gut klappt.
Allerdings geht ein heftiger Wind, ja Sturm der den feinen Sand des Strandes mächtig aufwirbelt. Im Restaurant und im Licht der untergehenden Sonne lässt es sich aber prima aushalten. Taxis gibt es so gut wie nicht, gut gesättigt und leicht beduselt vom Wein haben wir wenig Lust den Weg nach oben ins Guesthouse zu Fuß zurückzulegen. Somit bleibt nur Uber. Auf Rat Patricias haben wir uns schon am Nachmittag per App registrieren lassen. Um uns herum sehen wir überall private PKWs, die Leute aus- und einladen. Alles Uber … was für ein Riesengeschäft. Also starten wir unseren ersten Versuch… den Standort findet Uber selbst, das Ziel Ocean Lounge ist ruckzuck eingegeben, dann entscheiden wir uns gegen die Comfort-, sondern für die einfache Variante (sprich Kleinwagen), der Fahrpreise für die Strecke ist 36 Rand (1,8€), der Bestellkopf gedrückt und Sekunden später meldet Uber, das uns Daniel mit seinem grauen Honda Kennzeichen CA-… in einer Minuten abholen wird. Und das stimmt. 5 Minuten später und mit 1€ Trinkgeld durch Auswahl in der App stehen wir vor der Haustür. Nach der einen Fahrt ist uns klar, dass das in Deutschland noch vorherrschen Taxi-Sytem mächtig unter Druck geraten wird. Dem Fahrer wird ebenfalls per App auf seinem Display die beste Strecke vorgegeben, Tricksereien sind damit unmöglich… und der Fahrer findet ganz easy das Ziel. Wir entscheiden uns Daniel auch noch eine gute Bewertung zu geben, was ihm neben dem Trinkgeld doch sehr erfreut…

Weiter entlang der Küste

Hier in Knsyna ändern wir unseren Reiseplan. Eigentlich hatten wir vor, drei Nächte in der Lagunenstadt am Knsysa River zu verbringen. Aber die kürzlichen Regenfälle haben der allgemein als äußerst marode beschriebenen Wasserversorgung zugesetzt und einige Rohrleitungen zum Bersten gebracht. Unser Guesthouse steht zumindest ohne Wasser dar und es ist offen, wann wieder Wasser fließt. Kein Duschen, keine Toilettenspülung – außer mit seitens der Gastgeber zur Verfügung gestellten 5-Liter Wasserreservekanistern – sind dann doch nicht so toll und da wir an den Vortagen schon viele Ziele in Knysna angesteuert haben, entscheiden wir uns, ein Tag eher weiterzufahren.
Wir nehmen uns die Zeit, nicht auf der ausgebauten N2 schnell voranzukommen, sondern folgen der alten, längst in Vergessenheit geratenen Strecke der R102 zwischen Knysna und George, auch als Seven-Passes-Road bezeichnet. Sie führt durch die bis an die Küste reichenden grünen Wälder und überquert vermutlich 7 Täler/kleine Schluchten in denen wenig Wasser führende Bäche ihren Weg zum Meer suchen. Größtenteils wieder Schotter, etappenweise asphaltiert, nett und ruckelig zu fahren, aber ohne besondere Erlebnisse.

Weiter von George geht es zügig voran über die gut ausgebauten, weitgehend vierspurige N2 nach Mosselbay, sicherlich nicht der schönste Ort der Küstenroute. Wir beziehen für die Nacht das am Morgen gebuchte Hotelzimmer, immerhin mit fließend Wasser und einem tollen Ausblick über den herrlichen Strand. Abends essen wir im Hussar Grill, einer recht erfolgreichen Steakhouse-Kette. Wir sitzen auf der Veranda und sind mal wieder von der Qualität des Rinderfilets und des frischen Fisches begeistert.

Am Sonntagmorgen fahren wir nach einem Abstecher nach Boccomsbay weiter zurück ins Landesinnere in das historische, gemütliche Swellendam. Somerset 20 heißt unser Guesthouse und wir treffen mit Isabelle und Pierre die bislang nettesten, ja liebsten Gastgeber. Schade, das wir nur einen Nacht in ihrem Haus verweilen. Gastgeber, Ort und das abendliche Restaurant De Vagabond hätten mehr Aufenthalt verdient. Stellenbosch hat viele nostalgische, alte holländische Häuser rund um die attraktive Kirche. Von der schönen Terrasse unserer Gastgeber aus genießen wir den Blick über den Ort auf die grünen gegenüber liegenden Berghänge. Selten haben wir wohl so lecker und preiswert gegessen wie hier. Strauß steht dem Programm, einmal als ostriche stroganov, dann als Filet. Vorweg zwei frische Lagerbier aus der nahegelegenen Brauerei und eine Flasche guten Weines. Zusammen alles für gerade mal 50€. Den kleinen Rest Wein haben wir dann noch mitgenommen, was hier durchaus üblich ist, um noch einen Schlürschluck auf der Terrasse des Guesthauses zu uns nehmen zu können.

was einem so einfällt …..

Urlaub in Südafrika ist anders ….es ist vielfältig, von den Einwohnern, von der Landschaft, vom Essen, von den Geflogenheiten.

wenn man ankommt, ist es zunächst der Linksverkehr, der beim Autofahren, insbesondere aber beim Überqueren von Straßen gewöhnungsbedürftig ist. Im Auto sitzt man auf der rechten Seite, dass hilft. Nur beim Blinken geht ständig der Scheibenwischer an und wenn wir auf die nächste Kreuzung kommen, gilt immer: Linksabbiegen ist einfach, Rechtsabiegen schwierig!
An vielen Kreuzungen gilt, wer zuerst da ist, fährt auch als erster – wenn mal sich nicht einig ist und viele rechts abbiegen, kommt Spaß auf … wenn alle Ampeln rot blinken, gilt das auch. Zuhause würde man wohl ewig warten. Der Sprit ist mit genau 1€ pro Liter günstig und das Tanken wir übernommen, einer tankt, 2-3 andere putzen Auto. Klassische Navigationssystem im Auto sind passė, man koppelt das Handy, CarPlay von Apple und Google Maps machen den Rest, übertragen alles auf den Bildschirm und sprechen zu dir auch noch in Deutsch …

Der Straßenverkehr in den Städten ist anspruchsvoll, macht aber Spaß. In der Provinz ist ganz wenig Verkehr, auf unseren geliebten Schotterpisten mit ihrem Wellblechruckeln und Holpersteinen sind wir fast immer nahezu allein …

Die Trennung von Schwarz und Weiß ist allgegenwärtig. Ob Wohnviertel, Restaurant, Strand … Gemischte Pärchen sind uns kaum aufgefallen. In die Homelands kommen wir nicht, wollen wir auch nicht. Die Restaurants außerhalb Kapstadts, in die wir gehen, weil sie uns empfohlen werden, haben fast ausschließlich weiße Kientel, weißen Besitzer und eine unheimliche Menge schwarzes, fleißiges und aufmerksames Personal. Über die krassen Unterschiede der Wohnqualität brauchen wir an dieser Stelle gar nicht eingehen. Neben den Wohnviertel der schwarzen Bevölkerung wimmelt es von Müll, dazwischen weiden vereinzelt Kühe und Schafe. Auch viele soziale Wohneinheiten, in der Regel kleine Häuschen scheinen schnell zu verkommen. Bei den Wellblechhütten türmt sich der Müll auf, die meisten haben dennoch eine Satellitenschüssel auf dem Art Dach. Deprimierend die Reihen der Dixiklos an den jeweiligen Rändern der Siedlung. Von den Weißen läuft kaum einer an den Straßen lang, hier sind insbesondere zum Feierabend Heerscharen von Farbigen zu Fuß unterwegs. Diejenigen, welche Arbeit haben, benutzen auch schon mal einen der zahllosen kleinen Minibusse, die scheinbar den fehlenden, öffentlichen Transfer ersetzen oder trampen am Straßenrand mit 10 oder auch mal 15 Rand in Hand, um ihre Chancen auf eine Mitnahme zu erhöhen.

Wichtig ist, dass man sich frühzeitig mit Kleingeld ausstattet. Man brauchtet es ständig als Trinkgeld im Restaurant, für den Parkplatzeinweiser und -Wächter, beim Tanken, für die Kofferträger…wir nutzen das TauschAngebot der Chefin des Barrington Hotels uns mit 20 5-Rand Münzen und 10 10-Randscheinen auszustatten. Schlimm bei der Hilfsbereitschaft und entsprechender Erwartung einer Entlohnung ohne Tip darzustehen.

Kommen wir zum Essen, den kulinarischen Genüssen. Und da hat Südafrika mächtig was drauf und zu bieten. Das Frühstück in den Bed&Breakfast Guesthäusern ist immer wieder sensationell. Es wird meistens von den Gastgebern selbst zubereitet und mit viel Stolz und Leidenschaft serviert. Es gibt was das Herz begehrt, frische Früchte und Eierspeisen in allen Variationen stehen im Mittelpunkt. Beim Frühstück findet auch eine Menge Konversation mit den Gastgebern statt, die sich bei der Ankunft am Vortag meist auf die Gepflogenheiten des Hauses und die Empfehlung für das Abendessen konzentriert hat. Beim Frühstück werden Tagesausflüge, Sehenswürdigkeiten, Stops für Imbissstopps oder Kaffeepausen vorgeschlagen oder auch was denn die beste Route mit den meistens „scenic highlights“ zum nächsten Etappenziel ist.

Beim Abendessen fährt man mit den Tipps der Gastgeber immer am besten. Auch helfen sie bei der Reservierung oder sorgen dafür, dass man einen guten Tisch erhält. Das Preisleistungsverhältnis beim Essen (nicht nur abends) ist fantastisch. Sie liegen allerhöchstens bei 2/3 der deutschen Preise. Steaks und Fisch sind besonders günstig, aber das gleiche gilt für Vor- und Nachspeisem sowie Getränke. Inkl. 15% Trinkgeld landen wir meistens bei 1000 Rand, also 50€. Sollte man mal die Flasche Wein nicht austrinken, kann man sie mitnehmen. Die Qualität liegt u.E. oft über der deutschen. Wir lernen, dass die Steaks beim Grillen ein „Basting“ also ein regelmäßiges Einstreichen erfahren, womit – das bleibt ein Geheimnis des Koches. Auch favorisieren wir oft Kartoffelbrei und/oder knackiges Gemüse zum Fleisch. Auf den stets sehr gut vorgewärmten Tellern schmeckt uns das immer am besten. Die Flasche Wein kostet um die 400 Rand, also 20€. Wir wählen immer Wein aus lokalen Weingütern, die es ja rund um Kapstadt zu hunderten gibt und erstklassige Weine anbieten.

Kudu, Strauß, Gamsbock, Rindersteaks sowie Prawns und Kingklip stehen ganz oben auf unserer Liste….

Knysna – Perle der Garden Route

Knysna liegt im Herzen der Garden Route etwa auf halber Strecke zwischen Plettenberg und George. Die Stadt ist geprägt von der Lagune, die sich kurz vor der Mündung des Knysna Rivers in den Indischen Ozean auf etwa 20qkm2 erstreckt. Direkt hinter dem Ort ragen die Outeniqua Berge in die Höhe. Sie sorgen dafür, dass trotz der vielen Sonnentage ausreichend Regen fällt und Knysna den Anspruch eines Ortes der Garden Route gerecht wird. Nicht ausreichend geschah das im Juni 2017 als riesige Feuerwalzen im Ort zahlreiche Häuser abfackelten und sieben Einwohner in den Flammen starten . Die Wirtin unseres Guesthouses erzählt, dass alle Nachbarhäuser abbrannten und sie selbst nur mit viel Glück weitgehend verschont blieben.

Jetzt heißt es aber erst einmal zurückfahren in Richtung Plettenberg. Aufgrund des gestrigen Regens und der mäßigen Sicht haben wir das Naturreservat Robberg zunächst links liegen gelassen. Das holen wir heute nach. Wir parken vorm dem Gate, erwerben einen Tageszugang und genießen die tolle Sicht. Von hier aus wird auch ein Teil der Plettenberg Baie von den Sharkwatchern überwacht. Tatsächlich können geschulte, scharfe Augen aus der beträchtlichen Höhe Haie ausmachen und mit Funk und Sirenengeheule Badende auf die drohende Gefahr aufmerksam machen. Gut ein Dutzend Alarme gibt es zu dieser Jahreszeit im Wochenschnitt.

Zurück in Knysna statten wir zunächst dem Eastern Head einen Besuch ab, von dem aus man den besten Blick über den Einschnitt des Knysa Rivers hat. Zwischen den Klippen soll es gefährliche Strömungen geben, die schon so manchen Boot zum Verhängnis geworden sind. Auch heute noch besondere Voraussetzungen, wie zum Beispiel zwei Motoren für Segelboote, die erfüllt sein müssen, um die Durchfahrt anzugehen. Die verschiedenen Viewpoints bieten immer wieder wechselnde fantastische Blicke auf die Durchfahrt.

Weiter geht es um die Lagune herum nach Brenton-on-Sea mit herrlichem Strand und zum Margaret View, von der man den besten Blick über Knysna und die Lagune hat.

Beim Abendessen an der Waterkant haben wir dann wieder nicht zuletzt durch den Tipp unseres Gastgeber Kevin die richtige Location zum Abendessen gefunden. Im O Pescadore steht Venison und Prawn Curry auf dem Speisezettel. Das VenisonTrio setzt sich zusammen aus Gamsbock, Strauss und Kudu. Alles auf den Punkt richtig gebraten und genauso delikat wie das pikante Curry mit vielen, großen Prawns. Zum ersten Mal in diesem Urlaub treffen wir auf einem Lokal, wo schöne Außenplätze knapp zu sein scheinen. Aber Kevin hatte uns gesagt, wir sollen der Chefin einen schönen Gruß von Kevin ausrichten, was wir dann auch tun. Sie meint, das wäre das heilige Wort und schlagartig bekommen wir einen der besten Tische auf der Veranda. Essen, Wein, der herrliche Platz und die Gastgeber sorgen für einen rund um tollen Abend.

Am Indischen Ozean

Von Oudtshoorn geht es hinunter an die Küste des Indischen Ozeans. Wir erreichen mit Plettenberg auch das östlichste all unserer Quartiere. Die meisten anderen Touris fahren zumindest noch bis Port Elizabeth und statten dem Addo Elephant Park einen Besuch ab. Das haben wir bei unseren letzten Reise nach Südafrika ja auch gemacht und so verzichten wir dies Mal und sparen ein paar hundert Kiliometer für Hin- und Rückfahrt. Plettenberg liegt malerischen in der gleichnamigen Bay und bietet kilometerlange traumhafte Sandstrände.

Am ersten Tag fahren wir knapp 100 KM weiter bis zum Tsitsikamma Nationalpark mit seiner Hauptattraktion der Suspension Bridge. Strassengebühr und derParkzugang sind für afrikanische Verhältnisse mit ca. 750 Rand (35€) recht happig. Nicht viele Leute tummeln sich an oder auf der Brücke und die ca. 30minütige Wanderung mit hunderten Stufen auf und ab ist doch recht anstrengend. Na ja, mal will sie ja aber doch mal erlebt und überquert haben!

Da macht der nachmittägliche Spaziergang am herrlichen Strand von Plettenberg doch genau soviel Spass und ist zudem weniger anstrengend. Vorsicht ist allerdings beim Baden im Ozean geboten, den die Lifeguards und Sharkspotter sind schon im Feierabend. Und Ebbe ist auch noch.

Wir wohnen im Barington Hotel, herrlich – mit einem tollen, stets gut besuchten Restaurant und eigener Brauerei und riesiger Weinauswahl. Abendliches Bier Tasting und reichhaltiges Frückstück sind im Zimmerpreis eingeschlossen.Wir lassen es uns gutgehen…. Da stört auch der drastische Wetterwechsel nicht, denn am zweiten Tag regnet es „Cats and Dogs“ etwas was alle Einheimischen geradezu entzückt, denn die Brandgefahr war aufgrund der seit Wochen anhaltenden Trockenheit und Hitze erstmal hinweg geschwemmt worden …

die Fahrt geht weiter von Plettenberg nach Knysna, mit ca. 30 km nur ein Katzensprung.Der Ort liegt am gleichnamigen Fluss, und bevor dieserdurch eine enge Schlucht ( vorbei an den zwei Heads) ins Meer fließt, hat sich eine große, den Ort prägende Lagune gebildet. Inmitten der Lagune liegt Thesen Island mit seinen Villen und hauseigenen Bootsanlegern. Natürlich durch große Tore und viel Sicherheitspersonal abgeschottet, so dass ein Zutritt nur den Hauseigentümer beziehungsweise ihren Gästen ermöglicht wird. Es gibt eine kleine Waterkant mit zahlreichen ausgezeichneten Restaurants. Wir genießen das Essen im Drydock und am nächsten Abend im O Pescadore.

Das Paradies im Nirgendwo

Gibt es eine Steigerung zu „Leben wie Gott in Frankreich“? Vielleicht, und dann ist es das La Pension Guesthouse in Oudtshoorn, also eigentlich mitten im Nirgendwo der Kleinen Karoo. Was für ein warmer Empfang ! Und was für ein toller Service von Eric und seinem Team für die maximal sechs Gäste in dem tollen Haus. Eric stammt aus Malawi und kümmert sich seit einigen Jahren um das Wohlergehen seiner Gäste. Unser kleines Apartment – diese Bezeichnung trifft eher zu – besteht aus einem Aufenthaltsraum, dem großen Schlafraum mit Zugang zur riesigen Dachterrasse, inklusive Blick auf Pool und Garten und geräumigen Bad. Von der Dachterrasse sehen wir auch unsere erste Giraffe, allerdings als lebensgroßes Kunstwerk, welches den Pool ziert.

Das Besondere an diesem Bed and Breakfast Guesthouse ist, dass extra abends für die wenigen Gäste gekocht wird. Es ist keine Pflicht, dort zu essen, aber wenn man es nicht tut, verpasst man eine tolle afrikanisch geprägte Küche, die exklusiv geboten wird. In der Küche regiert von morgens bis abends eine afrikanische Lady, die ihr Handwerk vollends versteht. Noch während die Gäste die hochsommerlichen Temperaturen am Pool prima ertragen, ist das Personal vollauf beschäftigt, alles für das Abendessen auf der Terrasse am Pool vorzubereiten. StraußenCarpaccio und Kudu Steaks sind wahre Gaumenfreuden. Dazu ein herrlicher Wein aus einem der vielen Weingüter der Karoo. Eric ist stets bemüht um seine Gäste, sehr aufmerksam und auch ein wenig redselig. Und unter den Gästen gibt es auch die eine oder andere UrlaubsErfahrung, über die man sich gerne austauscht.

Das Frühstück steht der Qualität des Abendessens in keinster Weise nach. Es gibt alles, was das Herz begehrt vom frischen Obstsalat bis zum Muffin, von der Käse- und Aufschnittplatte bis zum Spiegelei over easy und mit Bacon ….

Eigentlich ist Oudtshoorn berühmt für seine Straußen Farmen. Uns zieht es aber nicht zu den Riesenvögeln, sondern in die Höhlen der Kongo Caves. Gut 25 km nördlich vom Ort sind Sie eine Sehenswürdigkeit, die man auf keinen Fall verpassen darf. In einer Gruppe von circa 20 Personen erforschen wir nur die ersten drei riesigen Höhlen. Wir sind total begeistert und verzichten gerne auf das etwas klaustrophobische Abenteuer, die danach gelegenen Höhlen auch zu erforschen. Denn dazu müsste man sich durch einen circa 30 cm hohen Spalt zwängen, hinter dem sich dann weitere große Höhlen öffnen. Die einstündige Tour beeindruckt uns schon vollkommen …

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Aber es steht noch ein weiteres Abenteuer auf dem Tagesprogramm. Fährt man die Straße weiter nach Norden, endet schnell der Asphalt und eine staubige Schotterstraße mit vielen Schlaglöchern führt über den legendären Swartberge Pass, der zum Ende des 19. Jahrhunderts entstanden ist. Unser Ford wird schon ganz schön gefordert. Hat sich der Staub vom Fahren erst mal verzogen, bieten sich immer wieder fantastische Blicke weit hinab ins Tal. Auf den gut 40 km begegnen uns vielleicht zehn weitere Autos mit ähnlich wagemutigen Touristen. Eine Reifenpanne – aufgrund der zahllosen spitzen Steine, erleben wir zum Glück nicht und sind dann doch irgendwann froh, nach über 2 Stunden Geholpere auf der anderen Seite in Prinz Albert angekommen zu sein und nach kurzer Pause im großen Bogen auf asphaltierten Straßen und nicht weniger tollen Pässen wieder nach Oudtshoorn zurückfahren zu können.

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