Hier in Knsyna ändern wir unseren Reiseplan. Eigentlich hatten wir vor, drei Nächte in der Lagunenstadt am Knsysa River zu verbringen. Aber die kürzlichen Regenfälle haben der allgemein als äußerst marode beschriebenen Wasserversorgung zugesetzt und einige Rohrleitungen zum Bersten gebracht. Unser Guesthouse steht zumindest ohne Wasser dar und es ist offen, wann wieder Wasser fließt. Kein Duschen, keine Toilettenspülung – außer mit seitens der Gastgeber zur Verfügung gestellten 5-Liter Wasserreservekanistern – sind dann doch nicht so toll und da wir an den Vortagen schon viele Ziele in Knysna angesteuert haben, entscheiden wir uns, ein Tag eher weiterzufahren.
Wir nehmen uns die Zeit, nicht auf der ausgebauten N2 schnell voranzukommen, sondern folgen der alten, längst in Vergessenheit geratenen Strecke der R102 zwischen Knysna und George, auch als Seven-Passes-Road bezeichnet. Sie führt durch die bis an die Küste reichenden grünen Wälder und überquert vermutlich 7 Täler/kleine Schluchten in denen wenig Wasser führende Bäche ihren Weg zum Meer suchen. Größtenteils wieder Schotter, etappenweise asphaltiert, nett und ruckelig zu fahren, aber ohne besondere Erlebnisse.



Weiter von George geht es zügig voran über die gut ausgebauten, weitgehend vierspurige N2 nach Mosselbay, sicherlich nicht der schönste Ort der Küstenroute. Wir beziehen für die Nacht das am Morgen gebuchte Hotelzimmer, immerhin mit fließend Wasser und einem tollen Ausblick über den herrlichen Strand. Abends essen wir im Hussar Grill, einer recht erfolgreichen Steakhouse-Kette. Wir sitzen auf der Veranda und sind mal wieder von der Qualität des Rinderfilets und des frischen Fisches begeistert.




Am Sonntagmorgen fahren wir nach einem Abstecher nach Boccomsbay weiter zurück ins Landesinnere in das historische, gemütliche Swellendam. Somerset 20 heißt unser Guesthouse und wir treffen mit Isabelle und Pierre die bislang nettesten, ja liebsten Gastgeber. Schade, das wir nur einen Nacht in ihrem Haus verweilen. Gastgeber, Ort und das abendliche Restaurant De Vagabond hätten mehr Aufenthalt verdient. Stellenbosch hat viele nostalgische, alte holländische Häuser rund um die attraktive Kirche. Von der schönen Terrasse unserer Gastgeber aus genießen wir den Blick über den Ort auf die grünen gegenüber liegenden Berghänge. Selten haben wir wohl so lecker und preiswert gegessen wie hier. Strauß steht dem Programm, einmal als ostriche stroganov, dann als Filet. Vorweg zwei frische Lagerbier aus der nahegelegenen Brauerei und eine Flasche guten Weines. Zusammen alles für gerade mal 50€. Den kleinen Rest Wein haben wir dann noch mitgenommen, was hier durchaus üblich ist, um noch einen Schlürschluck auf der Terrasse des Guesthauses zu uns nehmen zu können.





