Unser erstes Etappenziel Montagu liegt in der Kleinen Karoo und die macht ihrem Ruf einer halbtrockenen Wüste alle Ehre. Das Thermometer steigt deutlich über 30 Grad, aber es geht ein ständiger warmer Wind und ohne jegliche Schwüle lässt es sich gut aushalten. Und im Auto mit Klimaanlage lässt sich die Umgebung bequem erkunden. Zahllose Weingüter in Tälern aktuell fast ausgetrockneter Fluss- bzw. Bachverläufe prägen die Landschaft. Überall sorgen kleine Wasserreservoire für die nötige Bewässerung und lassen die überwiegend weißen Trauben sprießen. Die kleinen Orte zeigen die landestypischen Unterschiede auf: stattliche gepflegte Anwesen der weißen Bevölkerung und im Gegensatz dazu die armen Hütten der Farbigen, die zumeist vermüllt, ungepflegt und auf engstem Raum einen erschreckenden Eindruck machen. Charme und Tristesse sind oft nur durch wenig Wegstrecke getrennt.
Die R62 beginnt kurz vor Montagu im Bereich des Kogmanskloof Passes ihrem Namen als Panoramastraße gerecht zu werden. Unser MonteVista Boutique Hotel mit seinen zehn Zimmern und Bed and Breakfast Flair ist genau die richtige Bleibe für die ersten drei Tage. Wir genießen die Ruhe, das herrliche Frühstück und die abendlichen Restaurants. Tagsüber geht es zur Bosjes Breede Valley Farm und ins Weingut Leipzig, wo es einiges zu sehen und natürlich auch zu probieren gibt.






Herma hat übrigens ihre Farm in Afrika gefunden, so wie sie sich es immer vorgestellt hat. Sie heißt Die Stal, liegt ca. 10km nördlich von Montagu und bietet leckere Delikatessen zum Lunch oder Nachmittagskaffee. Die Welt ist oft klein! Unter den gut zehn Gästen ist übrigens Hans-Hermann früherer Bereichsvorstand von Siemens München, den HH auch prompt anspricht und ein Pläuschen hält. Und wie es der Zufall will treffen wir ihn und seine Frau wieder als sie abends aus dem gegenüberliegenden Restaurant kommen. Diesmal verabredet man sich aber schnell auf ein Bier und es werden Erinnerungen an die alte Siemens Zeit, aber vielmehr Tipps über Südafrika ausgetauscht.
