Flinder Ranges: Outback pur

Obwohl kein Dingo heult, die Kakadus ihr stimmgewaltiges Gezeter woanders veranstalten, lediglich das Hausschaf in der Ferne blökt, schlafen wir nicht besonders. Das hat zur Folge, dass wir zum Sonnenaufgang neugierig die Füße vor die Tür setzen, unser nicht üppiges Frühstück genießen, die Sachen packen und recht früh zum Ikara Flinders Ranges Nationalpark aufbrechen. In Hawker gibt es zwei Tankstellen und zwei Straßen nach Norden. Wir nehmen (vollgetankt) prompt die falsche, was Herma zum Glück nach gut 20 km feststellt…

Also umkehren, sich nicht ärgern, sondern Fahrt und Landschaft genießen….

Etwa 60km sind es von Hawker bis Wilpena, wo die Rangerstation ist. Auf dem Weg dorthin begegnen uns Immerhin drei Autos. Wir sind – zum Glück – nicht allein im Outback unterwegs. In der Station stoßen wir zwar nicht auf Touristen, aber auf zwei urwüchsige Ranger, die jedem Vergleich mit Bud Spencer aushalten können. Einer scheint zu telefonieren, sagt aber nichts, der andere (150 kg, Vollbart, spiegelnde Sonnenbrille) spricht uns an…. Wir verstehen nur Bahnhof. Mit unserem Schulenglisch scheint das nicht verwandt zu sein. Einige Zeit und manche Rückfrage später meinen wir soviel verstanden zu haben, dass die angestrebte Besichtigung des Wilpena Pounds einen mehrstündigen Fußmarsch voraussetzt, weil jetzt in der Nebensaison keine Busse einen Teil des Weges abnehmen. Der Pound ist ein majestätischer Talkessel, der nur von einer Seite betreten werden kann und von schroffen Felswänden umgeben ist. Angesichts der 30 Grad, den zu erwartenden Strapazen und der gefürchteten Einsamkeit verzichten wir auf eine Wanderung und nehmen uns lieber die zahlreichen anderen Aussichtspunkte vor. Diese sind wesentlich leichter zu erreichen. Dort genießen wir herrliche Perspektiven auf die Flinder Ranges und die oft endlos wirkende Landschaft.


Hawker hat uns einen Vorgeschmack auf das gegeben, was uns noch weiter nördlich und noch tiefer im australischen Outback erwartet. Darauf haben wir aber in diesem Urlaub wenig Bock und auch nicht das richtige Vehikel. So belassen wir es bei den reichhaltigen Eindrücken und fahren wieder in Richtung Süden zurück. Nach gut 200km in Jamestown konstatiert Herma mit einem Lächeln im Gesicht: … Back to Civilisation!!!
Wir freuen uns auf ein paar ruhige, entspannte Tage im bedeutendsten Weinanbaugebiet Australiens, dem Barossa Valley, welches wir am späten Nachmittag nach weiteren 200 km erreichen.

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