Entlang der Great Ocean Road

Nach 4 Tagen Melbourne verlassen wir die Metropole in Richtung Südwesten, passieren Geelong und erreichen nach 120 km in dem kleinen Ort Anglesea das Meer und die Great Ocean Road.
Leider ist die von Larry empfohlene Känguruh Tour auf dem Golfplatz ausverkauft, so tanken wir voll und machen uns auf den Weg – besser auf die Strasse – mit dem Ziel 12 Apostel. Das sind die berühmten Sandsteinfelsen, von denen allerdings nur noch sieben den Meereswellen trotzen. Zuletzt 2009 ist plötzlich einer der Felsen in sich zusammengestürzt.
Die Entfernung dorthin beträgt 175 km und auf der kurvenreichen Panoramastrecke kommt man nicht schnell voran. Das wollen wir ja auch nicht, sondern Fahrt und Aussichten genießen. Die Straße wurde z.Zt. der großen Rezession von und zu Ehren der australischen Soldaten des 1.Weltkrieges gebaut. Wir erreichen als ersten größeren Ort Lorne. Der Wochenend- und Feiertagsverkehr (Australia Day) quält sich durch den touristischen Ferienort. Wir machen eine Kaffeepause, gehen an den Stand und schauen dem bunten Treiben zu. Dann geht es weiter nach Apollo Bay, der Verkehr wird weniger, aber der Ort überzeugt uns nicht. Am frühen Nachmittag erreichen wir den Port Campbell Nationalpark. Seine Highlights sind die wesentlich bekannteren 12 Apostel. Es hat sich ein wenig zugezogen, die Parkplätze sind völlig überfüllt. Da ist es besser, erst einmal zur Unterkunft in den Ort Port Campbell weiterzufahren und Quartier zu beziehen. Der kleine Ort lebt einzig vom Tourismus, schön geht anders.

Freuen wir uns also auf die Sehenswürdigkeiten, die uns die Natur bietet ….

Zum späten Nachmittag treibt uns dann die Neugier nochmal los. Beim ersten Parkplatz geht wieder nichts, aber der zweite ist so riesig, dass auch wir unser Auto abstellen können und uns zu Fuß auf den Weg machen. Es ist leicht bewölkt, alles voller Touristen – überwiegend aus Asien. Dennoch ist es ein erster guter Eindruck und am nächsten Morgen wird bestimmt das Wetter besser und die Zahl der Leute geringer sein.
Darum heisst es früh aufstecken, Café in der Mainstreet suchen, frühstücken und erneut sein Glück versuchen. Und tatsächlich: Zwar regnet es leicht beim ersten Anlauf, aber dann – kaum haben wir die dicken Pullover aus dem Auto geholt – kommt die Sonne raus und wir genießen den Blick auf die 12, ähh 7 Apostel bei herrlichem Sonnenschein nicht ganz für uns allein, aber ohne die sonstigen touristischen Ansammlungen. Aber der Port Campbell Nationalpark hat einiges mehr zu bieten. Von den Parkplätzen gibt es verschieden lange Walks zu den einzelnen Attraktionen, mal sind das den Wellen trotzende Klippen, mal Schluchten, in die die Wellen hereinbrechen, Sandsteinbögen und was sich die Natur sonst noch so ausdenkt. Insgesamt ein grandioses Naturspiel.

Am Nachmittag steht eine Gourmet Tour durch Umgebung des Nationalparks an. Auf der Tour mit einer Länge von 88 km kommen wir an Käserein, Destillerien, Eis-, Fudge-, Schokoladenproduktionen vorbei, die zum Verweilen und zum Probieren einladen. Den Sonnenuntergang erleben wir natürlich noch einmal bei den Aposteln. Wir fahren wieder raus, sind wieder nicht allein. Wir sehen viele Chinesen, die mit Minibussen von Melbourne herangekarrt werden. 250 km für eine Strecke. Jetzt steht die Sonne auf der anderen Seite der Felsen. Die Illumination ist anders. Das unterstreichen die beigefügten Fotos nachdrücklich. Zufrieden, vieles und bei perfektem Wetter gesehen zu haben, können wir das Kapitel abschließen und morgen geht es weiter, die verbleibende Great Ocean Road entlang bis Warrnambool und anschließend über die Grenze hinein in den Bundesstaat Südaustralien.

Und weil es uns so beeindruckt, hier noch ein paar Photos zum Sonnenuntergang:

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