Durch das Hinterland

Wir sind unterwegs von Sydney nach Melbourne. Nicht wie geplant auf dem Princess Highway an der Küste lang, sondern im Hinterland, wie die Australier sagen. Auf dem Hume-Highway geht es über Goulburn, wo wir auf Empfehlung des Taxi-Fahrers in Sydney eine ausgezeichnete mittägliche Pause im Restaurant Paragon einlegen, weiter nach Canberra, die Hauptstadt Australiens. Sie liegt inmitten ihres eigenen kleinen Bundesstaates ACT (Australia Capital Territory).

Csnberra ist eine Kleinstadt gegenüber den Metropolen, wurde in den 20er Jahren auf dem Reißbrett geplant, ungefähr auf der Mitte zwischen Sydney und Melbourne (weil die eine nicht wollte, dass die andere Hauptstadt ist). Canberra ist anders, irgendwas zwischen modern, großzügig und künstlich. Nichts ist natürlich gewachsen, alles ist planerisch angelegt. Es gibt einen riesigen angestauten See, Straßen welche zwei überdimensionale Sechsecke darstellen, Ausfallstrassen ohne die üblichen Betriebe, Händler oder Tankstellen (wie wir feststellen müssen) und Einkaufszonen, die man nicht finden würde, wenn sie nicht ausgeschildert wären. Alles ist irre großzügig angelegt, denn wenn man eins beim Bau in Jahren ab 1930 hatte, dann war es Platz….vom Mount Ainsle aus können wir uns davon überzeugen…

Nach zwei Interessanten Tagen in Canberra geht es weiter in Richtung Melbourne….

In Albury erreichen wir den Murray River, Australiens längsten Fluss, der in den Bergen der Dividing Ranges entspringt, lange Zeit in nordwestlicher Richtung fließt und den wir später in Adelaide wiedertreffen wollen. In Albury überqueren wir auch die Grenze zwischen den Bundesstaaten NewSouthWales und Victoria.

Wir erreichen den Ettamogah Pub, entscheiden uns aber nach Wangaratta weiterzufahren😉. Dort beziehen wir ein angenehmes Quartier im Quality Inn Motel, genießen den Pool. Abends stellen wir in dem sonst recht hübschen Ort schnell fest, dass nachmittags für den Rest des Tages die Bürgersteige hochgeklappt werden, die Geschäfte spätestens um 17.30 schließen, mehr Fernlaster (34 Reifen) als Menschen auf der Straße sind. Aus lauter Verzweiflung gehen wir Pizza essen und wie es so kommt, die Pizza ist die schlechteste die wir je essen durften. Sie ist dick, mit komischen Käse und ca. ein cm hoch mit lauwarmen länglichen Kochschinkenstreifen belegt, die wir am Rand des Tellers auftürmen statt essen.

Am nächsten Morgen freuen wir uns dann nach einem mäßigem Frühstück über in der Nacht geputzte Autoscheiben und begeben uns wieder auf Strecke. Ziel ist das ca. 410 km entfernte Phillip Island südöstlich von Melbourne. Eine zähe, sich hinziehende Fahrerei, die auch durch das anmutende Weinbaugebiet im Yarra Valley nur wenig aufgebessert wir. Nach knapp sechs Stunden erreichen wir unser Ziel, einen Campingplatz mit angeschlossenem Motel. Das Zimmer – zwei Tage vorher aufgrund der Touränderung kurzfristig gebucht – übertrifft unsere Erwartungen. Auf dem Campingplatz erfahren wir wie Australier so mit Kind und Kegel, Barbecue-Grill-Monstrum und alten klapprigen Wohnwagen mit dicken SUVs davor so Urlaub machen. Unser ist das nicht…

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