Celebrity Solstice – Resümee der Cruise

10 Tage sind wir an Bord an Celebrity Solstice gewesen, Zeit für ein subjektives Resümee. Die Solstice hat in etwa die Größe der AIDA Prima, 2850 Passagiere + in den Kabinen zusätzlich untergebrachten Kindern. Seit unserer Dubai Cruise wollen wir diese (zu) großen Kreuzfahrtschiffe eigentlich meiden, was in diesem Fall der Terminkalender aber nicht zuließ und das Angebot in Australien auch überschaubar ist. Unsere anderen zwei Kriterien – mindestens 10 Tage und warmes Wetter – werden zudem erfüllt. Das ist auch was!

Das sind unsere Eindrücke….

Die Solstice hat nahezu ausschließlich Balkonkabinen. Die sind zweckmäßig eingerichtet, verfügen über ein geräumiges Bad, Doppelbett, Sofa und Tisch mit Stühlen auf dem Balkon. Die Klimaanlage ist sehr angenehm und nachts bei offener Balkontür lässt es sich mit dem Rauschen der Wellen gut schlafen. Also alles wie bei AIDA.

Das Deck verfügt über zwei kleine Pools, auch für so viele Passagiere ausreichende Sonnenliegen, die eine oder andere Bar. Wenn man ein schattiges und windstilles Plätzchen findet, ist es super. Die sind aber rar und bedürfen einer gewissen Flexibilität je nach Fahrtrichtung, Windwechsel und Sonnenstand. 😉

Man kann anders als bei der AIDA Prima herrliche Runden auf dem Oberdeck drehen, die Aussicht genießen, ohne durch Klettergärten, Wasserrutschen oder Indoor-Pooldächer davon abgehalten zu werden.

Was die Restaurants angeht, ist die Solstice kritischer zu beurteilen. Das riesige rund um die Uhr geöffnete Ocean View Restaurant auf Deck 14 hat als Selbstbedienungsrestsurant eher Kantinencharakter. Statt der Vielfalt an Restaurants auf den AIDA-Schiffen gibt es auf der Solstice nur ein – allerdings riesiges, zwei Etagen umfassendes – Bedienrestaurant auf den Decks 3 und 4. Es werden feste Plätze zu zwei unterschiedlichen Essenszeiten angeboten, man kann aber auch reservieren oder zu beliebigen Zeiten essen, bekommt dann aber einen Platz zugewiesen. Bei anderen Restaurants muss man kräftig zuzahlen.

Die Qualität des Essens auf der Solstice ist sehr gut, insbesondere im Bedienrestaurant und steht der auf der Aida in nichts nach. Die Logistik durch Heerscharen an Kellnern ist einzigartig. Es gibt in der Regel drei Gänge, die aus einer Vielzahl an Gerichten a la Carte ausgesucht werden. Ein Kellner kümmert sich um die Getränke, andere schleppen das Essen aus der entfernten Küche heran und servieren am Tisch. Auf etwa 15-20 Passagiere im Restaurant kommen 3 Kellner! Nie war das am servierten Essen was falsch, Sonderbestellungen immer richtig, dank der vorgewärmten Teller und Abdeckungen während des Transports das Essen immer passend temperiert und frisch. Die ungeheure Zahl an Gästen und Kellnern sorgte jedoch manchmal für eine gewisse Unruhe und Lautstärke. Die Freundlichkeit des internationalen Bedienpersonals ist wie bei AIDA unschlagbar.

Wir hatten bei der Buchung bereits das Getränkepaket mit gebucht – da anders als bei AIDA -keinerlei Getränke im Preis enthalten sind. So war das die richtige Entscheidung! An Bord sind jetzt alle Getränke bis US$ 11 für uns umsonst! Das schließt viele Cocktails, den Tischwein, den Milchkaffee und auch unser Lieblingsgetränk Gin Tonic (hier Bombay Gin) mit ein. Am Schluss der Kreuzfahrt haben wir eine Bordrechnung von 0€ !!! Damit liegen wir sicherlich unter den 2850 Mitstreitern ganz weit vorn, zumal wir auch keinen der zu teuren Ausflüge mitgemacht haben und 10 Tage tapfer auf das mit ca. 400 US$ absurd überteuerte Internet verzichtet haben.

An Bord wird rund um die Uhr verkauft, besser gesagt alles versucht, den Passagieren die Dollars aus der Tasche zu ziehen. Die gegenüber der AIDA viel größeren und „exklusiveren“ Ladenpassagen, das Casino, die Heerscharen Photographen…alles nix für uns!

Wir sind beim Essen und anderen Gelegenheiten mit vielen anderen Gästen ins Gespräch gekommen. Das war immer interessant, informativ, oft aber auch anstrengend. Aber ein super Training unserer Englischkenntnisse.

den Applaus zur Parade hat sich das Personal wahrlich verdient

Es ist gut, dass bei dieser Kreuzfahrt die Ruhe und Erholung im Vordergrund stehen. Vier volle Seetage und die Destinationen Neukaledonien und Vanuatu garantieren nicht gerade Erlebnisse pur. So ist diese Reise nicht mit denen der AIDA im Mittelmeer, der Ostsee und im Nahen Osten vergleichbar. Mal ist es die große Invasion vom Bord, mal wird einfach zu wenig geboten, um bei den Exkursionen mithalten zu können. Der Badeaufenthalt auf Mystery Island und der Ausflug auf Vanuatu sind die Highlights.

Die abendlichen Shows beeindrucken uns. Die Gesangs-, Tanz- und Akrobatikvorführungen werden einem Live-Orchester begleitet. Das ist klasse. Dahingegen ist trotz guten Wetter abends auf Deck Totentanz angesagt. Die Aussies und Kiwis zieht es auf die unteren Decks in die Plüschsessel neben den Tanzflächen und Bars. Auch die z.Zt. überall angesagten Silent Partys finden häufig, aber eher drinnen statt.

Man sieht wie schwer es ist, diese Kreuzfahrt auf der Celebrity mit denen auf AIDA zu vergleichen. Unter dem Strich sehen wir bei den mittelgroßen AIDA-Schiffen deutliche Präferenzen. Da sind in erster Linie die Verschiedenheit der Restaurants und das bunte Treiben an Deck, insbesondere in lauen Sommernächten bei AIDA zu erwähnen. Lasershows, Partys, chillige Musik werden abends aussen angeboten. Es geht zwangloser zu als auf der Solstice. Die Qualität des Essens, der Kabinen und des Showprogramms ist auf etwa gleichem Niveau. Die Ausflüge sind auf der Aida variabler (z.B. Räder) und vielleicht auch ein wenig günstiger. Die Dominanz der Laden-Passagen sowie das riesige Casino auf der Celebrity bewerten wir als deutlich negativ. Auch das ständige Anpreisen von recht teuer zu bezahlenden Sonderveranstaltungen auf der Celebrity findet bei uns wenig Zustimmung. Das Fazit lautet daher, es war nett mal zu vergleichen, aber bei uns hat AIDA mit den mittelgroßen Schiffen weiterhin die Präferenz.

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